Mehrheit im Kasseler Stadtparlament steht zum Flughafen

Rückstufung des Airports Kassel: Freie Wähler und Piraten scheitern mit Vorstoß

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Direkt vom Kasseler Flughafen zur documenta in Athen: Noch bis zum Freitag dieser Woche bietet die griechische Fluglinie Aegean die direkten Verbindungen in die griechische Metropole.

Kassel. Der Versuch der Rathausfraktion Freie Wähler und Piraten, den Flughafen Kassel wieder in einen Verkehrslandeplatz umzuwandeln, ist in der Stadtverordnetenversammlung gescheitert.

Eine große Mehrheit bekannte sich zum neuen Airport und lehnte den Antrag auf eine Rückstufung des Regionalflughafens in Calden ab.

Der Flughafen macht sechs Millionen Euro Verlust pro Jahr, die Stadt Kassel muss davon rund 800.000 Euro übernehmen. Der Magistrat müsse deshalb mit den weiteren Anteilseignern Land Hessen, Kreis Kassel und Gemeinde Calden über die Rückstufung verhandeln, um weitere Kosten zu vermeiden, forderte Stadtverordneter Volker Berkhout (Piraten). Die wenigen geplanten Flüge könnten auch auf einem einfachen Verkehrslandeplatz starten und landen.

Zustimmung dafür gab es nur von der Kasseler Linken. Stadtverordneter Mirko Düsterdieck sprach von einer desaströsen Flughafenbilanz, von geschönten Zahlen und einer „Lachnummer“.

Grüne wollen abwarten

Auch die Kasseler Grünen, bekannt als Flughafengegner, lehnten den Antrag ab. Zwar sei der Flughafen gescheitert, sagte Grünen-Stadtverordnete Dorothee Köpp. Deshalb sei die Herabstufung zum Verkehrslandeplatz die unvermeidliche Folge. Man wolle aber abwarten, bis das Land Hessen die Zahlen geprüft habe und danach eine Entscheidung treffe.

Alle anderen Fraktionen lehnten den Vorstoß der Freien Wähler und Piraten ab. Der neue Flughafen habe mit einer jährlichen Wertschöpfung von annähernd 45 Millionen Euro einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen für die gesamte Region, sagte SPD-Stadtverordneter und SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Decker.

Am neuen Airport gebe es inzwischen 1000 Arbeitsplätze bei hoch spezialisierten Firmen, argumentierte CDU-Stadtverordneter Dominque Kalb. Weitere 1200 Jobs hingen indirekt mit dem Flughafen zusammen. Die Vorteile des neuen internationalen Airports würden das Defizit bei Weitem überwiegen, „der Flughafen ist ein Gewinn für die Stadt Kassel.“

AfD-Stadtverordneter Sven René Dreyer erinnerte daran, dass beispielsweise die Verluste der Regiotram in Nordhessen ein Vielfaches der Verluste des Flughafens in Calden betragen würden und verwies ebenfalls auf „viele qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze“.

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