Landungen nicht zu verbieten

Bisher 140 Militärflüge: Calden dient als Ausweichflughafen der Luftwaffe

Kampfjet auf Stippvisite: Anfang Juni 2013 landete ein Eurofighter der Luftwaffe in Calden. Der nordhessische Airport dient als Ausweichflughafen für die Bundeswehr. Damit die Piloten die Besonderheiten kennenlernen, üben sie dort Starts und Landungen. Archivfoto:  Thiele

Calden / Kassel. Für die 36 kurdischen Soldaten, die am Sonntag vor zwei Wochen in Reih und Glied auf dem Rollfeld von Kassel-Calden standen, war es eine Reise ins Ungewisse.

Nachdem sie an der Infanterieschule der Bundeswehr im fränkischen Hammelburg den Umgang mit der Panzerabwehrwaffe Milan geübt hatten, wurden sie mit dem Bus zu dem nordhessischen Regionalflughafen gebracht.

Von dort ging es mit einer Transall-Transportmaschine der Luftwaffe ins nordirakische Erbil. Der Auftrag der Soldaten: die Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat. Dass die Peschmerga-Kämpfer von Calden aus flogen, hatte nach Auskunft von Luftwaffen-Sprecher Thomas Langer einen banalen Grund. „Weil er in geografisch geeigneter Nähe zum Ausbildungsort lag“, sagte der Oberstleutnant auf HNA-Anfrage.

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Es war nicht das erste Mal, dass eine Bundeswehr-Maschine in Calden landete. Anfang Juni 2013 sorgte die Stippvisite eines Eurofighters für Aufsehen. Außerdem wurden auf dem Airport nördlich von Kassel bereits Luftlandeoperationen geübt. Laut Oberstleutnant Langer dient der Airport den Streitkräften als „Ausweichflughafen“. Daher sei es notwendig, dass sich die Besatzungen mit den Besonderheiten vertraut machen. Und das wird auch künftig so sein. Eine militärische Nutzung zu verbieten, sei praktisch nicht möglich, so Langer. Für die Nutzung des zivilen Flughafen durch Militärmaschinen gebe es „keine gesonderten rechtlichen Regelungen“.

Seit der Eröffnung von Kassel-Calden am 4. April 2013 habe es 140 militärische Flugbewegungen gegeben, sagte Flughafen-Sprecherin Natascha Zemmin. Calden verfüge über die Infrastruktur zur Abfertigung aller zivilen und militärischen Flüge nach internationalen Standards. Die Starts und Landungen in Calden sind für die Bundeswehr nicht kostenlos. Die Luftwaffe wird genauso zur Kasse gebeten wie zivile Fluggesellschaften oder Privatflieger.

Die deutlichsten Worte zum Antrag der Linken, Militärflüge zu verbieten, fand Caldens scheidender Bürgermeister Andreas Dinges (parteilos). „Wenn es zum Erhalt unserer Demokratie dient, sind diese Mittel recht“, sagte der Verwaltungschef.

Der Vorschlag der Linken sei indiskutabel. „Schließlich wird die Autobahn ja auch nicht für Militärkonvois gesperrt.“

Von Peter Ketteritzsch

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