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Ministerin verteidigt Parkgebühren in Wilhelmsthal

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Von: Daria Neu

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Schloss Wilhelmsthal bei Calden.
Wer Schloss Wilhelmsthal in Calden mit dem Auto besuchen will, muss Parkgebühren bezahlen. Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn hat sich auf eine Kleine Anfrage zu den Gründen positioniert. © Andreas Hermann

Die Parkgebühren am Schloss Wilhelmsthal beschäftigen weiterhin die Menschen – jetzt auch Wissenschaftsministerin Dorn in Wiesbaden.

Calden – Warum auf dem Parkplatz vor dem Schloss Wilhelmsthal in Calden seit dem Frühjahr Parkgebühren erhoben werden, erschließt sich im Kreis Kassel nur den wenigsten. Schon seit Monaten gibt es Kritik an diesem Vorstoß. Der SPD-Abgeordnete Oliver Ulloth hatte deshalb eine Kleine Anfrage an das Land Hessen gestellt, worauf Angela Dorn, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, jetzt Antworten lieferte.

Enormer Publikumszuwachs und mehr Arbeit

In dem Schreiben heißt es, dass alle Parkanlagen der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) einen enormen Publikumszuwachs erfahren hätten. Dies habe zu einem „deutlichen Mehraufwand bei der Parkunterhaltung“ geführt. „Mit den zusätzlichen Einnahmen werden der gestiegene und anhaltende Mehraufwand der Müllbeseitigung, die Preissteigerungen für die Pflege der Flächen, der ebenfalls erheblich gestiegene Reinigungsaufwand für die kostenfrei zur Verfügung stehenden öffentlichen Toiletten sowie die zusätzlich notwendigen Parkaufsichten finanziert“, schreibt Dorn.

Insgesamt rechne das Ministerium mit etwa 25 000 Euro jährlich durch die Parkgebühren in Wilhelmsthal. Eine Preissteigerung sei nicht geplant. Doch die Besucher sollen laut Ministerin Dorn nicht nur Nachteile haben: Mit dem Parkticket gibt es ermäßigten Eintritt in das Schlossmuseum, der auch eine Führung durch die historischen Schlossräume beinhaltet.

Auch Gastronomie ist Thema

Auf die Frage, inwiefern jetzt eine Erweiterung der gastronomischen Angebote zur Debatte stünde wie beispielsweise in Kassel, heißt es: „Eine Nutzung für die Gastronomie kann natürlich nur dort erfolgen, wo eine solche auch vorhanden ist.“ Die Gebühren in Wilhelmsthal seien schließlich auch niedriger als am Herkules.

Erhebliche Kritik erntete die MHK im Vorfeld der Entscheidung vor allem für die Ungleichbehandlung der Standorte. Durch eine Aufwertung des Schlosses Wilhelmsthal müsse diese ausgeglichen werden, findet auch Ulloth. Dorn hebt in ihrer Antwort die besondere Bedeutung Wilhelmsthals für Nordhessen hervor: „Aus touristischer Sicht sind Schloss und Park Wilhelmsthal eine wichtige Sehenswürdigkeit, um den internationalen Schlössertourismus in Nordhessen zu vermarkten.“

Die Landesregierung engagiere sich dazu bereits mit mehr als zwölf Millionen Euro. Als Beispiele nennt sie die Instandsetzung der Wachhäuser, der Putten und der Grotte. Seit 2019 gebe es zudem ein neues Besuchszentrum. Darüber hinaus werde seit 2015 die südliche Parkachse unter anderem mit Grottenquartier und Kaskade am Ententeich auf Vordermann gebracht. Dorn weist in diesem Zuge auch auf die Reaktivierung der Wasserspiele hin. Nach aktueller Planung sollen die Arbeiten an der Grotte mit dem Grottenkanal 2024 und an der Kaskade 2025 beendet sein. Die Frage einer Zusammenarbeit mit dem Schlosshotel stelle sich aktuell nicht, sagt Dorn.

Kein Platz für Zinnfiguren in Wilhelmsthal

Zum Thema Zinnfigurenausstellung, das in Ulloths Anfrage ebenfalls eine Rolle spielte, antwortet die Ministerin: Die bisher genutzte Fläche für die Ausstellung werde für ein geplantes Café benötigt. „Trotz intensiver Prüfung und mehreren Gesprächen mit der Stadt Vellmar als Trägerin der Ausstellung, der Gemeinde Calden sowie den betreuenden Vereinen konnte im Bereich Wilhelmsthal keine geeignete Lösung zur weiteren Präsentation gefunden werden“, heißt es im Antwortschreiben. (Daria Neu)

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