Prozess wegen tödlicher Schüsse auf Wachmann hat begonnen

Mord in Calden: Es ging um einen Waffenkauf

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Sagte während der Gerichtsverhandlung nichts: Der Angeklagte aus Ehrsten soll seinen 35-jährigen Arbeitskollegen erschossen haben. Warum, ist bisher nicht geklärt. Er wird von Anwalt Marcus Mauermann (hinten) verteidigt.

Kassel/Calden. Ein Waffengeschäft war offenbar der Grund des Treffens, bei dem ein 25-jähriger Wachmann aus Ehrsten seinen 35-jährigen Arbeitskollegen aus Kassel mit zwei Schüssen in den Kopf getötet hat.

Das zumindest steht in der Anklage wegen Mordes, die am Mittwoch im Kasseler Landgericht verlesen wurde.

Demnach hatte sich der Angeklagte am 10. Februar mit seinem späteren Opfer getroffen, um von ihm eine Pistole zu kaufen. Laut Anklage sollte die Waffe 1100 Euro kosten, die der Angeklagte nicht bezahlen konnte. Der 25-Jährige besaß aber eine Waffe, mit der er dem Opfer, einem Security-Schichtleiter des Flüchtlingslagers Calden, auf einem Feldweg zwischen Ehrsten und Fürstenwald von der Auto-Rückbank in den Kopf schoss.

Mit dem Auto waren die beiden unterwegs, weil der Angeklagte wegen Unwohlsein zum Arzt wollte und sein Kollege ihn dort hinfahren sollte. Dabei nahm der Fahrer eine Abkürzung über den Feldweg nahe des Caldener Flüchtlingslagers, wo die Tat geschah.

Der Wachmann sagte selbst nichts zu den Vorwürfen, dafür sprach sein Anwalt. Der Angeklagte gestehe, den 35-Jährigen getötet zu haben und wolle die Verantwortung für seine Tat übernehmen.

Ob ein gescheitertes Waffengeschäft wirklich der Grund für sein Handeln war, ist aber nicht gesichert. Denn laut Aussage eines Polizeibeamten gab der Angeklagte selbst an, er wollte von seinem Opfer Testosteron für den Muskelaufbau kaufen und mit ihm dafür Geld von einer Bank holen. Auf dem Rückweg habe er sich im Auto nach hinten gesetzt und ihn erschossen. Warum er sich nach hinten gesetzt hatte und sich die beiden auf dem Feldweg befanden, sagte er dem Polizisten nicht.

Noch ist der genaue Ablauf also unklar. In sechs weiteren Verhandlungsterminen soll Licht in die Sache gebracht werden.

Aktualisiert um 19.45 Uhr.

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