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Museum Alte Schmiede ist ein Aushängeschild für Calden

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Von: Dorina Binienda-Beer

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Wilfried Helwig aus Burguffeln schaut sich ein Diorama im Museum Alte Schmiede in Calden an.
20 Dioramen geben Einblicke: Besucher Wilfried Helwig aus Burguffeln nimmt die Zinnsoldaten ausgiebig in Augenschein. © Dorina Binienda-Beer

Mehr als zwei Jahrzehnte war die Zinnfigurenausstellung zur Schlacht bei Wilhelmsthal in der Silberkammer des Schlosses zu Hause.

Calden – Der überraschend notwendige Auszug auf Drängen der Museumslandschaft Hessen Kassel führte sie nach Calden in die Obhut des Kultur- und Geschichtsvereins. Untergekommen ist die aus rund 10 000 Figuren in 20 Dioramen bestehende Präsentation zum Siebenjährigen Krieg in der Alten Schmiede an der Wilhelmsthaler Straße.

Breite Zustimmung

Diese Lösung, die die Schau vor einem möglichen Ende in einem Museumsmagazin oder fern des historischen Schauplatzes bewahrt hatte, fand am Wiedereröffnungswochenende bei den Besuchern breite Zustimmung und Anerkennung.

Von der Idee bis zur Verwirklichung am neuen Standort hatten die Beteiligten gerade mal ein knappes halbes Jahr Zeit. Die Schaukästen – zeitgemäß modernisiert – erweisen sich nun auch in der Alten Schmiede als attraktives Bildungsangebot zu regionaler Geschichte vor internationalem Hintergrund.

Auch Museum für das Erdwerk

Gemeinsam mit Besuchern feierte der Caldener Kultur- und Geschichtsverein zugleich die Eröffnung seines Erdwerkmuseums unter dem Dach der Alten Schmiede: eine Foto- und Textdokumentation zu der jungsteinzeitlichen Doppelgrabenanlage plus Originalfunde. Mit den beiden musealen Abteilungen, zu denen noch die historische Esse mit Schmiedegerätschaften aus früherer Zeit hinzu kommt, wurde ein bedeutender Anlaufpunkt für Geschichtsinteressierte geschaffen.

In einer Feierstunde gab es viel Lob insbesondere für den Vorsitzenden Sven-Oliver Dittrich. Der habe nach Aussage etlicher Redner mit Herzblut für beide Ausstellungen sowie Kreativität und handwerklichem Können ein Aushängeschild für Calden geschaffen. Bürgermeister Maik Mackewitz verwies auf Pläne zur Neugestaltung der Wilhelmsthaler Straße. Mit dem vorgesehenen Radweg von und nach Wilhelmsthal würden Schloss und Zinnfigurenausstellung in Zukunft wieder zusammenrücken. Dittrich, der kostümiert zunächst als Schmied und später als Soldat des 18. Jahrhunderts auftrat, sagte zum Thema Erdwerk: Funde und Erinnerungsstücke an Menschen weit vor unserer Zeit sollten nicht in Magazinen verwahrt, sondern der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Verdienste von Helga Klöker gewürdigt

Ausdrücklich würdigte der Vorsitzende die Verdienste der Caldenerin Helga Klöker. Sie habe sich mit ihren profunden Kenntnissen und einer Fotodokumentation zu den Grabungskampagnen um die Erinnerung an das Bodendenkmal Erdwerk verdient gemacht. Caldens kulturelle und geschichtliche Besonderheiten sollten verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt und idealerweise touristisch genutzt werden, sagte Dittrich.

Der Ort Calden mit prähistorischen Funden und dem Erdwerk als ehemals mutmaßlichem regionalen Machtzentrum gehöre nach seiner Einschätzung zu den historisch wertvollsten Orten in Hessen, betonte der für seine Geschichtsexpertise bekannte Ex-Landrat Udo Schlitzberger. 1982 war er Gründungsvorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins Calden.

Öffnungszeiten und Kontakt: 2. und 16. Oktober jeweils 14 bis 17 Uhr. Sven-Oliver Dittrich, Tel. 05674/922 047, E-Mail: sven-oliver.dittrich@gmx.de (Dorina Binienda-Beer)

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