1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Calden

Nach Hundebiss-Vorwurf in Wilhelmsthal: Besitzerin schildert Vorfall anders als Betroffene

Erstellt:

Von: Daria Neu

Kommentare

Auf dem Gelände des ehemaligen Schlosshotels Wilhelmsthal soll sich der Vorfall ereignet haben: Die Besitzerin des Hundes jedoch schildert ganz andere Erinnerungen als Anne-Katrin Meyer-Scholder.
Auf dem Gelände des ehemaligen Schlosshotels Wilhelmsthal soll sich der Vorfall ereignet haben: Die Besitzerin des Hundes jedoch schildert ganz andere Erinnerungen als Anne-Katrin Meyer-Scholder. © Thomas Thiele

Den mutmaßlichen Hundebiss-Vorfall auf dem Gelände des Schlosshotels Wilhelmsthal schildert die Besitzerin des Tieres ganz anders als die Betroffene. Die Polizei ermittelt noch.

Wilhelmsthal – Nachdem eine 50-jährige Frau aus Calden bei der Polizei Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet hat, weil sie auf dem Baustellengelände am Schlosshotel Wilhelmsthal von einem Hund attackiert und erheblich verletzt worden sei, äußert sich nun die Besitzerin des ehemaligen Schlosshotels zum Vorwurf. Sie betont, den Vorfall vor gut einer Woche ganz anders erlebt zu haben.

Gegenüber der HNA hatte die Betroffene, Anne-Katrin Meyer-Scholder, berichtet, dass sich die Attacke am Samstag, 26. November, kurz nach 14 Uhr ereignet habe. Nachdem zunächst eine weiße Englische Bulldogge auf sie zugeschossen sei, gebellt und geknurrt habe, sei später auch noch eine zweite, braune Bulldogge auf sie zugerannt, habe sie „wild knurrend umkreist“ und ihr ins Bein gebissen. Sie habe sich nur ins Auto retten können und „aus Leibeskräften um Hilfe geschrien“. Die Inhaberin des ehemaligen, derzeit im Umbau befindlichen Schlosshotels habe die Hunde zurückgepfiffen und lediglich geantwortet, dass die Baustelle Privatgelände und das Betreten verboten sei (wir berichteten).

Zwei Versionen: Besitzerin äußert sich anders zum Hundebiss-Vorwurf

Ute Knabe-Blumenbecker, Besitzerin des beschriebenen Hundes und Inhaberin des Gebäudes, schildert jedoch ganz andere Erinnerungen an diesen Tag: „Am Nachmittag habe ich gesehen, dass ein rotes Auto angefahren kam. Die Hunde haben gebellt.“ Knabe-Blumenbecker habe die Caldenerin gebeten, das Grundstück zu verlassen, das ohnehin mit Flatterband abgesperrt gewesen sei.

Neben ihrer Englischen Bulldogge, die die Frau gebissen haben soll, sei zusätzlich noch ein Gasthund vor Ort gewesen. Beide Tiere habe sie zurückgepfiffen. Von einer Attacke habe sie überhaupt nichts mitbekommen. „Auch Hilferufe habe ich nicht gehört. Ich bitte Sie, selbstverständlich hätte ich mich sonst um die Frau gekümmert.“ Stattdessen habe sie nur gesehen, wie die Caldenerin „mit vorwurfsvollem Ton“ zum Auto gerannt sei. Daraufhin seien die Hunde ebenfalls Richtung Auto gerannt und hätten wieder angeschlagen. „Sie haben nur gebellt, es sind eben Wachhunde.“

Ihre Englische Bulldogge, beteuert Knabe-Blumenbecker, habe noch nie einen Menschen gebissen. Ein derart aggressives Verhalten könne sie sich bei ihrem Tier jedenfalls nicht vorstellen. Zwar könne sie es derzeit nicht beweisen, werde aber rechtliche Schritte gehen, um den Vorfall aufzuklären.

Frau mutmaßlich von Hund attackiert: Polizei liegt ärztliches Attest vor

Auf erneute HNA-Anfrage bei der Polizei erklärt Pressesprecher Matthias Mänz, dass es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handele, bei dem „alle beweiserheblichen Gegenstände“ geprüft würden, um zu ermitteln, inwiefern die Vorwürfe der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung gerechtfertigt seien. Fakt sei, dass ein ärztliches Attest bereits bei der Polizei vorliege.

Nach Angaben von Anne-Katrin Meyer-Scholder sei diese schließlich in eine Klinik gefahren, wo ab 14.45 Uhr zwei tiefe Fleischwunden am Unterschenkel genäht worden seien. (Daria Neu)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion