Schutzzaun errichtet

Naturschützer bitten Autofahrer um Rücksicht: Kröten wandern wieder

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Aufbau: Mitglieder der Nabu-Gruppe Fuldatal haben mit freiwilligen Helfern wieder einen Krötenschutzzaun an der Straße zwischen Espenau-Schäferberg und Schloss Wilhelmsthal aufgebaut.

Zur Zeit sind weider viele Kröten zu ihren Laichplätzen unterwegs. Deswegen sollten Autofahrer vorsichtig unterwegs sein.

Sie sitzen in den Startlöchern, warten nach der Winterstarre auf ein angenehmes Wetter mit nächtlichen Temperaturen über fünf Grad Celsius und möglichst ein paar Regentropfen, um dann in der Dämmerung los zu wandern – Erdkröten auf der Suche nach einem Laichgewässer.

Die warmen Tage Ende Januar und der ungewöhnlich rasche Temperaturanstieg locken die Kröten aus ihren Winterquartieren. Der etwa drei bis fünf, manchmal sogar sechs Kilometer lange Hochzeitsmarsch zu ihren Laichgewässern, in denen sie selbst geboren sind, birgt jedoch viele Gefahren. Nicht nur Fressfeinde wie Greifvögel, Marder, Iltis und Waschbären warten auf ihren gedeckten Tisch, auch Umweltgifte, trockengelegte Teiche und durch Baumaßnahmen veränderte Habitate bringen Unruhe und Gefahren in das Krötenleben.

Insbesondere Straßen, die sie bei ihrer Wanderung überqueren müssen, sind für sie lebensgefährlich, da sie den heranrasenden Autos leicht zum Opfer fallen. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von nur 30 Stundenkilometern werden die Tiere durch den entstehenden Strömungsdruck am Straßenrand getötet: Auch ohne Direktkontakt platzen die inneren Organe. Daher der Wunsch an alle Autofahrer: Runter vom Pedal, besonders in der Dämmerung.

Gefährdet: Derzeit sind wieder viele Kröten zu ihren Laichplätzen unterwegs.

Auch in Hessen sind Erdkröten rückläufig und vom Artenschwund betroffen. Sie gelten nach dem Bundesnaturschutzgesetz §44 über die Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. In Hessen steht die Erdkröte auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Die Bundesregierung hat nationale Biodiversitätsstrategien (NBS ) beschlossen und verabschiedet, durch die der Rückgang der biologischen Vielfalt aufgehalten werden soll. Förderungsschwerpunkte sind Projekte, die zum Schutz von Arten oder Lebensräumen beitragen oder das Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken. An der Landesstraße zwischen Espenau-Schäferberg und dem Schloss Wilhelmsthal haben Mitglieder der Nabu-Gruppe Fuldatal mit freiwilligen Helfern seit Jahren einen mobilen Krötenschutzzaun aufgebaut und eine stationäre Amphibienschutzanlage beantragt.

Nicht nur der Nabu Fuldatal wünscht sich eine zeitnahe Umsetzung einer stationären Amphibienleitanlage, damit die Tiere sicher das Laichgewässer erreichen können. Ein Gutachten wurde erstellt, das den Zaun als notwendige Maßnahme eingestuft hat, aber diese wurde noch nicht umgesetzt.

Von Gerlinde Yakisikl

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