Flickenteppich am Straßenrand

Neu pflastern oder nur ausbessern? Lösung für Bürgersteige in Calden gesucht

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Der Internetausbau hat Spuren hinterlassen: Die Bürgersteige in der Gemeinde Calden, hier in der Wilhelmsthaler Straße, sind stellenweise in keinem guten Zustand.

Straßen für die Bäumesiedlung, Kunstrasenplatz und Feuerwehrhaus: Das sind einige der Projekte, für die in Calden dieses Jahr Geld fließen soll.

Insgesamt will die Gemeinde knapp 2,2 Millionen Euro investieren. Das geht aus dem Entwurf für den Haushalt 2020 hervor, den Bürgermeister Maik Mackewitz am Donnerstagabend den Gemeindevertretern präsentiert hat.

Doch was aus einem Projekt wird, das auf der Hand liegt, oder besser: unter den Füßen, ist noch nicht ganz klar. Es geht um die Bürgersteige. Wenn man verstehen will, warum das Haushalten für Kommunen oft so kompliziert ist, dann kann man hier einmal genauer hinsehen. Die Gehwege sind, sagen wir mal, nicht in bestem Zustand. Und eigentlich wäre die Gelegenheit gerade gut, sie auf Dauer aufzupolieren. Doch das ist gar nicht so einfach möglich.

Pflasterung müsste Ziel sein

Aber der Reihe nach: Für schnelles Internet sind in der Gemeinde Kabel verlegt worden. Dafür hat man die Gehwege aufgerissen. Die Löcher wurden gefüllt, doch die Oberfläche präsentiert sich stellenweise als Schotterpiste. Die Deutsche Glasfaser soll überall dort, wo sie Kabel verlegt hat, wieder asphaltieren. Das Ergebnis wäre allerdings ein Flickenteppich auf den Gehwegen.

„Eigentlich müsste es unser Ziel sein, unsere Bürgersteige zu pflastern“, sagte Bürgermeister Maik Mackewitz in der Gemeindevertretersitzung. Und es würde auch einen Zuschuss von der Deutsche Glasfaser geben, weil diese dann nicht mehr asphaltieren müsste. Dennoch: Eine Million Euro würde das Pflastern der betroffenen Gehwege allein entlang der Durchfahrtsstraßen kosten, hat die Gemeindeverwaltung ausgerechnet.

Bürger will man nicht zur Kasse bitten

Die Krux: Über den Finanzhaushalt, sprich über Kredite oder über Rücklagen, darf das Projekt nicht finanziert werden. Denn dort dürfen nur Herstellungskosten verbucht werden – also für einen Neubau der Gehwege. Da in Calden aber der gesamte Unterbau der Bürgersteige erhalten bleibt und es nur um die Oberfläche geht, handelt es sich um eine Sanierung. Der sogenannte Erhaltungsaufwand dafür darf nur über den Ergebnishaushalt einer Kommune finanziert werden – also aus laufenden Einnahmen.

Eine ganze Million Euro für Bürgersteige daraus zu erwirtschaften, wäre für Calden dabei utopisch. Immerhin 200.000 Euro sind aber vorgesehen – das würde für das Pflastern der Wilhelmsthaler Straße reichen. Somit ist immer noch nicht ganz klar, wie genau die Bürgersteige aussehen werden, über die Caldens Einwohner demnächst laufen werden. „Wir ringen um eine Lösung“, sagte Maik Mackewitz im Parlament. Und er betonte: Die Bürger wolle man nicht dafür zur Kasse bitten.

Auch, wenn es bei diesem Projekt hakt, bei den reinen Investitionen greift Calden diesmal vergleichsweise tief in die Tasche. 2,2 Millionen insgesamt, das sei eine Größenordnung, die man lange nicht gehabt habe, sagte Mackewitz. Der Hintergrund: Die Gemeinde hat bekanntlich ihren Anteil am Kassel Airport auf drei Prozent halbiert, das entlastet sie alles in allem um rund 600.000 Euro jährlich. „Wir haben wieder Boden unter den Füßen“, formulierte der Bürgermeister.

Trainingszentrum Kunstrasenplatz ist ein teures Projekt

Somit ist wieder mehr Spielraum für eigene Projekte da . Das größte ist das Trainingszentrum Kunstrasenplatz in Meimbressen. 650.000 Euro sollen dafür von der Gemeinde fließen: 200.000 davon sind schon im Haushalt eingeplant. 450.000 soll der Verkauf des alten Sportplatzes als Bauland bringen – dieses Geld würde die Gemeinde auch noch einbringen. Bauherr ist der TSV Jahn Calden, denn als Verein kann er noch Zuschüsse für das Projekt erhalten, das insgesamt rund eine Million Euro kosten soll.

Es sei noch einiges dabei zu klären, sagte Bürgermeister Mackewitz gegenüber der HNA. Das Ziel bleibe aber, das Projekt Kunstrasenplatz in diesem Jahr umzusetzen.

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