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Neue Glasfaser-Anschlüsse in Calden kommen frühestens Ende 2023

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Von: Hanna Maiterth

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Aus dem Arbeitsalltag ist das Internet auch im heimischen Büro nicht mehr wegzudenken. Jan Torben Helmke aus Westuffeln wartete monatelang auf seinen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser.
Aus dem Arbeitsalltag ist das Internet auch im heimischen Büro nicht mehr wegzudenken. Jan Torben Helmke aus Westuffeln wartete monatelang auf seinen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser. © Hanna Maiterth

Manche Kunden der Deutschen Glasfaser in Calden müssen auf schnelles Internet länger warten, als sie dachten: Erst Ende 2023 sollen die neuen Anschlüsse kommen.

Calden – Das „Netz der Zukunft“ und damit „Glasfaser bis ins Haus“ verspricht die Deutsche Glasfaser (DG) auf ihren Werbeplakaten. Zahlreiche Kunden überzeugte das Kommunikationsunternehmen auch in Calden mit dieser Botschaft. Wer jedoch keinen Vertrag für die erste Bauphase abschloss oder bei wem etwas schiefgelaufen ist, der muss nun Geduld mitbringen. Das gilt auch für Kunden, bei denen zwar schon im Haus, jedoch nicht in der Wohnung ein Anschluss liegt. Erst in der nächsten Bauphase, die voraussichtlich Ende des Jahres beginnt, könnten auch diese Kunden an das schnelle Internet angeschlossen werden, wie Diana Stiebe, Pressesprecherin bei Deutsche Glasfaser, auf Nachfrage bestätigte.

Nachrüsten auf eigene Faust gehe aus Haftungsgründen nicht. Eigene Techniker schickt das Unternehmen in solchen Einzelfällen aber auch nicht. Über diese Unflexibilität ärgerten sich im vergangenen Jahr schon Wilhelm und Helga Lecke aus Calden. Sie hatten aufgrund eines Fehlers bei der Deutschen Glasfaser wochenlang kein Internet und Telefon. In diesem Jahr meldete sich außerdem Jan Torben Helmke aus Westuffeln bei unserer Zeitung. Der 24-Jährige befand sich ebenfalls monatelang in einem zähen Dialog mit dem Kundenservice.

Probleme mit Glasfaser-Anschlüssen in Calden: Anfragen beim Kundenservice bleiben ohne Erfolg

Das Glasfaserkabel ist zwar da, die Leitung aber ohne Funktion.
Das Glasfaserkabel ist zwar da, die Leitung aber ohne Funktion. © Maiterth, Hanna

Leckes hatten sich bereits frühzeitig für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser entschieden und in beiden Wohnungen des Hauses in Calden liegen auch Leitungen. Doch nur ein Anschluss funktionierte. Helmke zog erst vor fast einem Jahr in die Dachgeschosswohnung in Westuffeln. In dem Haus gibt es zwar ebenfalls eine Glasfaserleitung – sogar für mehrere Anschlüsse – aber nicht in seiner Wohnung. „Die Vormieter hatten keinen Bedarf.“ Trotzdem entschied sich der 24-Jährige im Februar 2022 für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser. Ein Vertreter habe damals von zwei, drei Monaten Wartezeit gesprochen.

Deutsche Glasfaser verweigerte Kunde wegen Nichtleistung seinen Vertrag zu kündigen

Sowohl beim Ehepaar Lecke als auch bei Helmke tat sich nichts. Die Nachfragen beim Kundenservice blieben ohne Erfolg. Der 24-Jährige kann seit einem Jahr das W-Lan des Vermieters nutzen. Doch beruflich ist er auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. Leckes nutzten lange das Telefon der Tochter. Doch irgendwann stellte sich bei den Kunden Resignation ein und der Wunsch nach einem Anbieter, der Internet und Telefon sofort zur Verfügung stellen konnte. Die Odyssee, aus den Verträgen auszusteigen, begann. „Die Widerrufsfrist war längst abgelaufen“, erinnert sich Helmke an vergangenen Sommer. „Bei einer Kündigung gilt die Mindestvertragslaufzeit, die noch gar nicht angefangen hatte. Also wollte ich aufgrund von Nichtleistung zurücktreten.“ Dies sei monatelang verweigert worden.

Nach einem Systemfehler der DG ist bei Wilhelm Lecke nun eine Leitung tot.
Nach einem Systemfehler der DG ist bei Wilhelm Lecke nun eine Leitung tot. © Maiterth, Hanna

Erst in der vergangenen Woche, nachdem der 24-Jährige sich an eine Anwältin und die HNA wandte, habe die Glasfaser dann der Vertragsauflösung zugestimmt, berichtet Helmke. Er geht nun erst mal zu einem anderen Anbieter. Familie Lecke hatte ebenfalls lange mit der Deutschen Glasfaser zu tun. „Letztendlich“, sagt Wilhelm Lecke, „haben wir einen Kompromiss geschlossen. Einen Teil der Ausgaben für einen Techniker haben wir erstattet bekommen.“ Er und seine Frau entschieden sich vergangenen Sommer schon für einen anderen Anbieter.

Störung im Netz der Glasfaser am Jahresende

Erst um den Jahreswechsel 2022/2023 sorgte eine Störung im Netz der Deutschen Glasfaser in Calden für Unmut. Kurz vor Silvester fielen die Anschlüsse für knapp anderthalb Wochen aus. Telefonieren war in dieser Zeit nicht möglich.

„Zuerst hat es noch geklingelt. Dann war die Leitung tot“, schilderte Norbert Beer (67) das Problem, das sich auf die Anschlüsse der Deutschen Glasfaser beschränkte und erst in der vergangenen Woche behoben war. Innerhalb des Netzes konnte nicht telefoniert werden, erinnert sich der Pensionär aus Calden.

Heraustelefonieren ebenso wie das Hineintelefonieren habe aber funktioniert. Auf Nachfrage bei der Deutschen Glasfaser bekam Beer die Bestätigung: Das Problem war bekannt. Geraten wurde ihm dort, den Router neu zu starten. „Ganz Calden kann nicht telefonieren und ich soll meinen Router neu starten?“ Das habe ihn ebenso geärgert wie die Fehlinformation, die dann eine Woche später eintrudelte und in der es hieß, das Problem sei behoben worden. „War es aber nicht“, sagt Beer.

Das habe daran gelegen, erklärte Diana Stiebe, Pressesprecherin der Deutschen Glasfaser, dass zwar das eine Problem behoben worden, es dann aber zu einer Folgestörung gekommen sei. Der Kundenservice habe in diesem Moment aber nichts davon gewusst. „Es war eine Überschneidung beim Entstören.“ Seit gut einer Woche sollte das Telefonnetz aber wieder funktionieren, verspricht die Deutsche Glasfaser. (Hanna Maiterth)

Das sagt die Deutsche Glasfaser

Diana Stiebe, Pressesprecherin, erklärt: Bei der Familie Lecke habe es einen Systemfehler gegeben. So seien zwar zwei Anschlüsse in Auftrag gegeben, aber 2021 nur einer realisiert worden. „Der Fehler ist erst später aufgefallen.“ Stiebe bestätigt, dass man sich im vergangenen Jahr auf die Auflösung des Vertrags geeinigt habe. Auch für den Kunden Helmke in Westuffeln habe man Verständnis, sagt Stiebe. Aus Kulanz sei der Vertrag deshalb ebenfalls aufgelöst worden.
Es sei nichts Außergewöhnliches, dass die Nachanschlüsse mit Verzögerung eingerichtet würden. „Wir sind nicht die einzigen Akteure. Deshalb können wir auch keinen genauen Tag nennen, an dem wir mit dem Ausbau fertig sind“, betont die Pressesprecherin.

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