Porträt

Neuer Caldener Bürgermeister: Kein Kasernenton im Rathaus

Spannung abgefallen: Maik Mackewitz holte am Sonntagabend seine Familie (von links: seine Frau Sandra und die Kinder Lilly, Jan, Saskia und Nils) zur Siegesfeier ins Haus Koch. Foto: Thiele

Calden. Gestern morgen hat der frischgewählte künftige Bürgermeister von Calden, Maik Mackewitz, erstmal seinen Vorgesetzten auf der Bonner Hardthöhe angerufen und sich einen freien Tag genommen.

Er hatte am Abend zuvor mit Freunden, Helfern und Unterstützern nicht übermäßig gefeiert, brauchte aber einen Tag, um das Ganze sacken zu lassen und die vielen Anrufe und Glückwünsche entgegenzunehmen.

Der 47-jährige Oberstleutnant ist Referatsleiter im Bundesverteidigungsministerium und hatte sich erst vor vier Monaten entschieden, in seiner Heimatgemeinde Calden, wo er aufgewachsen ist, als Verwaltungschef zu kandidieren. Und die Mehrheit der Caldener wählte ihn.

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Sicher war er sich der Sache nicht, er kalkulierte eine Niederlage ebenso ein. Illusionen über den neuen Job, den er in einem halben Jahr antritt, macht er sich nicht. In 28 Jahren bei der Bundeswehr war er in unterschiedlichsten Funktionen tätig, bis vor vier Jahren war er noch Kommandeur eines Flugabwehrregiments, seit vier Jahren ist er in Bonn im Ministerium tätig. Auch dort müsse man politische Gegner ins Boot holen und für die Ziele an einem Strang ziehen. Menschenführung und Organisation seien in einer Kommunalverwaltung ähnlich umzusetzen. Teambildung und Motivation seien entscheidend, sagt er.

Der Gemeindehaushalt und vor allem die Flughafenkosten werden eine wichtige Aufgabe zum Einstieg sein. Man müsse mit dem Land Hessen diskutieren, dass der Gemeinde nicht die Luft abgeschnitten wird. Kontakte nach Wiesbaden müsse er allerdings noch knüpfen. Der jetzige Bürgermeister werde bis dahin sicher schon wichtige Vorarbeit leisten, meint Mackewitz. Wahlkampfgerüchte, dass demnächst im Rathaus ein Kasernenton herrscht und alle morgens zum Appell antreten müssen, weist er lachend zurück. Er werde allerdings zu Beginn die Mitarbeiter zu einer persönlichen Vorstellung im Sitzungssaal zusammenrufen - in lockerer Aufstellung.

Berufliche Sorgen muss sich Mackewitz nicht machen. Er werde zwar am 1. März seine Uniform ausziehen („Ein komisches Gefühl“), doch bleibe er Soldat. Sein Dienstverhältnis ruhe dann nur.

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