Neuer Platz für Fallschirmspringer am alten Caldener Flughafen

Stoßen auf den neuen Standort an: Der Geschäftsführer von Aero Fallschirmsport Matthias Maushake und seine Frau Silke. Im Hintergrund Wolfgang Köhler. Foto: Rieß

Calden. Grund zum Feiern hatte die Firma Aero Fallschirmsprung am alten Caldener Flughafen. Der Umzug vom langjährigen Sitz direkt am alten Flugfeld zum neuen Standort, wenige 100 Meter weiter in Richtung Ehrsten ist abgeschlossen.

„Es hat alles hervorragend geklappt“, freute sich Geschäftsführer Matthias Maushake. Der Umzug war nötig geworden, da in direkter Nachbarschaft die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge geschaffen wurde. Das hat den Geschäftsbetrieb von Aero Fallschirmsprung beeinträchtigt. Die Kosten für den Neubau übernahm das Land. Arbeit hatte Maushake seit Beginn der Umzugsplanung vor zwei Jahren jedoch jede Menge. 12 000 bis 13 000 Sprünge gibt es in Calden pro Jahr – Aero Fallschirmsport zählt damit zu den größten Sprungschulen Deutschlands. Die Zahl konnte auch während der Umzugsphase aufrechterhalten werden. „Unsere Springer haben zu uns gehalten“, sagt Maushake stolz. Das war nicht selbstverständlich.

Denn der Fallschirmbetrieb stand kurz vor dem Aus, als vor zwei Jahren, quasi über Nacht, der alte Flughafen zur Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wurde. Dass Freizeitspaß und Flüchtlingsnot nicht zusammenpassen, sah auch das Land ein. Es einigte sich mit der Firma auf einen Umzug. Wenige 100 Meter weiter in Richtung Ehrsten wurde quasi 1:1 die alte Firma neu aufgebaut. „Wir haben jetzt genauso viel Fläche wie vorher“, sagt Maushake. Der einzige Vorteil. Auch ein neuer Campingplatz wurde für die Springer geschaffen. 

Chronik

Bis vor zehn Jahren waren der Flugplatz und Aero Fallschirmsport wie eine Einheit. Die Springer stiegen vor dem Firmengebäude in ein Kleinflugzeug, das sich in 4000 Meter Höhe schraubte. Die Springer landeten in Sichtweise des Firmensitzes. Die Freifläche neben der Landebahn wurde dann zur Tabuzone erklärt. Flug- und Sprungbetrieb durften nicht mehr parallel stattfinden, hatte die Flughafen GmbH erklärt. Der Landeplatz wurde um einige 100 Meter auf die andere Straßenseite verlegt. Der Charme, dass Angehörige bei einem Kaffee die Landung von Tandemspringern auf der Terrasse mitverfolgen konnten, ging verloren. Seit vor vier Jahren der neue Flughafen eröffnet wurde, gibt es einen Zubringerdienst zur neuen Startbahn. Personenkontrollen gibt es nicht, aber der Vorteil, direkt vor der Firma ins Flugzeug zu steigen, ist dahin. 

Infos

Aero Fallschirmsport beschäftigt ganzjährig vier Mitarbeiter und einige Minijobber für das Bistro. Während der Sprungsaison – von April bis Oktober – sind noch bis zu zehn so genannte Freelancer beschäftigt. Sie sind beispielsweise bei Tandemsprüngen im Einsatz. Ein Tandemsprung kostet 210 Euro. Wer Fotos von sich in der Luft möchte, kann dies zusätzlich buchen (40 Euro). Auch Videos sind möglich. Der freie Fall beim Sprung dauert etwa eine Minute. Das anschließende Gleiten bis zum Boden am Fallschirm drei bis vier Minuten. Der Flug bis zur Absprunghöhe bei 4000 Meter dauert etwa 25 Minuten. Hinzu kommt eine halbe Stunde für die Einweisung. Tandemspringer sollten also etwa zwei Stunden einplanen. 

Weitere Infos: 0 56 74/999 30. 

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