Freifunker sammelten bereits Spenden

Noch kein WLAN für Flüchtlinge: RP glaubt nicht mehr an Projekt

Calden. Auch nach einem halben Jahr haben es die Freifunker Kassel nicht geschafft, WLAN (freies Internet) in der Caldener Flüchtlingsunterkunft einzurichten.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) glaubt offenbar nicht mehr an die Umsetzung des Projekts.

„Wir sind zurzeit skeptisch, dass die Freifunker ihr Vorhaben noch in die Tat umsetzen, sagt Harald Merz, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel (RP). Das liege auch daran, dass sich die Gruppe untereinander nicht ganz einig sei, in welchem Umfang die Arbeiten stattfinden müssten. „Die Hoffnung ist aber noch da.“ Das RP sei dankbar, wenn es mit dem Internet in der Unterkunft doch klappen würde, weil es zur Kommunikation mit Verwandten wichtig sei.

Die Freifunker setzen sich dafür ein, seit es die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem alten Flugplatz gibt.Laut ihrer Internetseite wurden bereits Spenden in vierstelliger Höhe unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz gesammelt.

Sie erklären die Verzögerung so: „Wir warten noch auf das Belegungskonzept der Einrichtung, das von den Bauingenieuren, Sozialarbeitern und dem RP ausgearbeitet wird. Das soll nach unseren Informationen frühestens am 11. Februar fertig sein.“ Angepasst an dieses Konzept werde der Gruppe mitgeteilt, in welchen Räumlichkeiten eine Freifunkinstallation sinnvoll erscheine.

Die Erklärung des RP steht dieser Aussage entgegen. „Die Freifunker hätten schon lange loslegen können“, sagt Merz. Das bestätigten auch ehemalige Freifunker auf Nachfrage unserer Zeitung im Oktober vergangenen Jahres. „Wenn wir am ursprünglichen Plan festgehalten und die Technik einfach gehalten hätten, würde es jetzt WLAN in der Unterkunft geben“, hieß es. Die Gruppe sei zersplittert, da einige „an einem größeren Rad drehen und sich mit weniger aufwendigen Technik nicht zufriedengeben“.

Das sagen die Freifunker

Die Freifunker Kassel würden beim Projekt „WLAN in der Flüchtlingsunterkunft Calden" gern weiter voranschreiten, heißt es in einer Stellungnahme der Gruppe. „Selbstverständlich in Absprache mit dem Regierungspräsidium Kassel (RP).“ Deshalb werde man auf das Belegungskonzept und die Vorschläge des RP warten und nicht in Eigenregie handel.

Um in der Zwischenzeit nicht untätig zu sein, verfolge die Organisation zeitgleich andere Projekte. „Mit der Entwicklung einer App fürs Handy wollen wir die Installation der Freifunk-Gerätesoftware auf den Routern für Menschen ohne große Technik- und Deutschkenntnisse erleichtern.“ Außerdem werden Routerspenden an Träger von Flüchtlingsheimen verteilt, die sich für Freifunk interessieren. Außerdem arbeite man daran, über hohe Dächer in Kassel und Umgebung Richtfunkstrecken auszubauen und so auf direktem Weg per WLAN „Freifunk-Inseln“ zu verbinden.

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- Im Oktober noch kein WLAN für Flüchtlinge in der Zeltstadt Calden

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