Neuer Gewerbepark geplant

Nordspange für alten Flugplatz in Calden: Land winkt ab

Calden. Calden, die Stadt Kassel und der Landkreis planen einen Gewerbepark auf dem alten Flugplatz in Calden - doch eine bessere Erschließung über neue Straßen ist nicht zu erwarten.

Zwar fordern Wirtschaftsvertreter erneut, über die Nordspange nachzudenken, aber das Land Hessen winkt ab.

Die Debatte über eine Nordumfahrung ist alt: Seit Jahren taucht die Idee immer wieder auf, mit einer Straße nördlich von Kassel die Autobahnen A7 und A44 zu verbinden. Aufwind bekommt sie durch die Pläne eines Gewerbeparks mit 65 Hektar auf dem alten Flugplatz. Denn Unternehmen, die nicht mit dem Flugzeug beliefert werden, haben das Problem, dass sie per Straße umständlich zu erreichen sind.

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Deshalb fordert der Ausschuss für Strukturpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg die politisch und wirtschaftlich Betroffenen auf, „in einen offenen, zielgerichteten Dialog zu einer besseren verkehrstechnischen Erschließung des Nordens des Landkreises Kassel zu treten“. Das könne zum Beispiel durch den Bau einer Nordspange geschehen.

„Auf diese Weise schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Dr. Heidemarie Krüger, Vorsitzende des Ausschusses. Neben der besseren Erschließung des Nordkreises werde auch der Kasseler Stadtverkehr entlastet und der Flughafen besser angebunden. „Das ist für alle Unternehmen interessant, die sich im Norden ansiedeln wollen - sei es im Gewerbepark am alten Flughafen oder in Gewerbegebieten anderer Kommunen“, sagt Krüger.

Damit Unternehmen sich für einen Standort entschieden, sei insbesondere eine gute Verkehrs- und Breitbandanbindung elementar, erklärt Ulrich Spengler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK. Eine generelle Ablehnung einer Nordumfahrung laufe dem zuwider. Spengler: „Damit verbaut sich die Politik die Chance, die wirtschaftliche Entwicklung des Nordens zu fördern.“

Während die Stadt Kassel den Bau einer Nordspange als „unrealistisch“ bezeichnet, verweist Landkreissprecher Harald Kühlborn auf ein Grundproblem: Werde eine Nordumfahrung zu nah an der Stadt Kassel geplant, sei sie kaum zu realisieren. Baue man die Anbindung zu weit nach Norden, entlastet sie den Stadtverkehr zu wenig - und ist kaum zu rechtfertigen. Die Initiative liege sowieso eher beim Land.

Das Wirtschaftsministerium spielt den Ball zurück: „Von regionaler Seite ist nicht wirklich der Wunsch nach einer Nordumfahrung an uns herangetragen worden“, sagt Sprecher Marco Kreuter. Zudem seien die Anmeldungen für den Bundesverkehrswegeplan abgeschlossen. In dem müssen alle beabsichtigten Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte des Bundes aufgenommen werden. Und ein neuer Plan wird erst in vielen Jahren aufgestellt.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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