Einblicke in den Ackerbaubetrieb

Öko-Ackerbautag in Westuffeln zeigt technischen Fortschritt in der Landwirtschaft

Alles richtig gemacht: Viel Bewunderung bekam Daniel Rüddenklau (Dritter von links) für seine Gerste, die perfekt steht und schon sehr weit ist. Fotos: Tanja Temme

Westuffeln. Erfahrene Biobauern, Neueinsteiger und solche, die es vielleicht mal werden wollen, trafen beim Öko-Ackerbautag Anfang der Woche in Westuffeln aufeinander.

Ausgerichtet wurde das Treffen auf dem Hof von Daniel Rüddenklau, der in verschiedene Bereiche seines biologischen Ackerbaubetriebes Einblicke gab. 

Dass die Hälfte der 50 Teilnehmer aus dem konventionellen Bereich stammen, begrüßten die Veranstalter besonders, denn das spiegle doch das große Interesse an der biologischen Landwirtschaft wieder, sagte Conny Blumenschein, Vorsitzende von Gäa e.V., einem Verband in der ökologischen Landwirtschaft. 

Bevor es die Landwirte auf die Felder zog, wurde in einem Vortrag die Buschbohne als alternative Kultur vorgestellt. Vor allem gefrostet, gebe es dafür eine hohe Nachfrage, erklärte einer der Experten, allerdings sei der Anbau auch recht arbeitsintensiv. Auch die neue Düngemittelverordnung wurde thematisiert, „welche Stärke Einschränkungen und noch mehr Schreibarbeit bedeutet“, brachte es Blumenschein auf den Punkt.

Da der Betrieb von Rüddenklau über eine Biogasanlage verfügt, wurde diese bei der Begehung als erstes in Augenschein genommen: „Für mich ist der Synergieeffekt dabei besonders wichtig, denn tierhaltende Betriebe profitieren ebenso wie ich als Betreiber davon“, bemerkte der 29-Jährige, der vergangenes Jahr den Hof auf Bio umstellte, von 20 Hektar im Nebenerwerb auf 300 Hektar expandierte. Da die Bauern Mist und Gülle an der Anlage abliefern und dafür durch den Verarbeitungsprozess ein konzentrierteres Düngesubstrat erhalten, ist es für beide Seiten eine Win-Win-Situation. „Schließlich macht es einen Unterschied, ob ich 20 Kubikmeter oder nur die Hälfte ausbringen muss“, so der Westuffelner.

Kameragesteuerte Hacke

Dass Hightech längst auch in Bioanbau Einzug gehalten hat, demonstrierte der Junglandwirt an einer kameragesteuerten Hacke auf einem Ackerbohnenfeld: „Die Maschine wird durch die Technik gesteuert, sodass wir nicht mehr ständig nach hinten schauen müssen, um zu schauen, ob die Reihe gehalten wird.“ Natürlich gibt es auch noch immer viele Feldfrüchte, die weniger mechanisch bearbeitet werden. So sei die Zuckerrübe etwa eine sehr sensible Pflanze, welcher sie sich auch mit Schweiß und Hacke näherten, also mit menschlicher Arbeitskraft. 

Da in der Bio-Landwirtschaft viel Nutzen aus einer bestimmten Fruchtfolge gezogen wird, hat Daniel Rüddenklau nach Mais und vor Weizen nicht zufällig die Ackerbohne gepflanzt. Diese könne Stickstoff aus der Luft bündeln und als Dünger nach und nach an den Boden abgeben, schildert er die Vorteile der Pflanze.

Längst überfällig ist laut Meinung der Bauern ein kräftiger Regenguss: „Im Weizen gibt es schon erste Trockenschäden, deshalb brauchen wir dringend Wasser von oben.“ Nahezu perfekt hingegen steht seine Gerste in der Gemarkung: „Super sauber und schon sehr weit“, bewertete Blumenschein das Feld.

Einen wichtigen Stellenwert nahm für alle der Austausch untereinander ein: „Von alten Hasen können wir Jüngeren nur lernen – es ist bemerkenswert, wie fair und offen man miteinander umgeht in unserem Bereich“, ergänzte Timo Opfermann aus Grebenstein.

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