Unmut über viel Verkehr auf der Hauptstraße

Caldener demonstrieren erneut für Ortsumgehung der B7

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Wollen endlich eine Lösung: Etwa 100 Caldener demonstrierten am Freitag zum fünften mal für eine Ortsumgehung. Angeführt wurde der Zug diesmal von Brigitte Hofmeyer (weiße Jacke) und Ullrich Meßmer, links neben ihr. 

Calden. Einmal im Monat holen sich die Caldener ihre Hauptstraße zurück. „Wenigstens für eine Stunde gehört sie dann nur den Bürgern und die Fahrzeuge haben zu warten", sagte Ullrich Meßmer, der am Freitagabend die fünfte Demonstration für eine Ortsumgehung der B7 mit anführte.

100 Menschen folgten auch diesmal dem Aufruf des Aktionsbündnisses Pro-B7-Ortsumfahrung, taten ihren Unmut über das hohe Verkehrsaufkommen auf der Hauptstraße auf Schildern und Transparenten kund.

„Es ist Wahnsinn, was sich hier zur Feierabendzeit abspielt - dicker Schwerlastverkehr knallt hier so durch, dass man schon auf dem Bürgersteig allein vom Luftzug oft Panik bekommt“, erklärte Wolfgang Schubert, hinzu käme natürlich noch die gewaltige Geräuschkulisse, regelrechte Schläge seien es, die bis weit über die Holländische Straße hinaus ertönten.

Für direkte Anwohner der Ortsdurchfahrt bedeutet die starke Befahrung, dass zu bestimmten Zeiten Ausruhen im Garten unmöglich ist und auch länger geöffnete Fenster nicht in Frage kommen. „Gerade im Sommer würde man ja gern alles auflassen, doch die dicken Lkw machen uns da einen Strich durch die Rechnung“, ergänzte Edgar Koch aus Calden.

Autofahrer eingeschränkt 

Während die Demonstranten im Feierabendverkehr die Straße entlang zogen, kam es natürlich zu Einschränkungen bei den Autofahrern. Doch wie auch schon bei den bisherigen Demos, ging alles glimpflich ab.

Bestens ausgestattet: Wolfgang Schubert zeigte mit Schallschutz, Trillerpfeife und Schildern die Missstände an der Holländischen Straße auf.

Erstmals mit von der Partie war Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer. „Es ist ein Trauerspiel, was sich hier um die Ortsumgehung rankt - diese Hängepartie hat einzig und allein die Hessische Landesregierung zu verantworten.“ Nicht erfüllte Zusagen, bewusstes Verzögern und Wegducken sei bei dieser Maßnahme Programm, so die Politikerin. Um das Vorhaben anzuschieben, schlug die Abgeordnete vor, Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir doch mal zur Feierabendzeit hier her zu bestellen, damit er sich selbst vor Ort ein Bild machen könne.

Im Weiteren ging Hofmeyer auf den Planfeststellungsbeschluss ein, der „letztlich nur durch Druck zustande kam - nur unzählige Anfrage im Landtag und Kreistagsbeschlüsse haben dazu geführt.“ Dass seit Ende 2012 nichts geschehen ist, man in Wiesbaden nicht mal in der Lage sei, eine gütliche Einigung mit einem Kläger zu treffen, bezeichnete Hofmeyer als einen Skandal: „Die vielen Vertröstungen aus dem Wirtschaftsministerium und meine zahlreichen Anfragen zeigen mir, dass man in Wiesbaden nicht will.“

Doch genau gegen diese Haltung wollen die Caldener künfig weiter angehen: Am 20. März wird die nächste Demonstration sein und auch weitere Veranstaltungen sind geplant. „Allerdings möchten wir darüber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht reden.“

Jahrzehntelang zieht sich das Projekt Ortsumgehung in Calden nun schon hin - die Geduld der Bürger sei nun am Ende, hieß es. Man wolle nun nicht länger unter dem hohen Verkehrsaufkommen leiden. (zta)

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