Ortsvorsteher empört: Gemeindevertreter lehnen Sanierung des DGH in Ehrsten ab

Eine Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Ehrsten wird es vorerst nicht geben: Die Mehrheit der Gemeindevertreter vertritt die Meinung, dafür sei derzeit kein Geld da. Foto: Binienda-Beer

Calden. Donnerstagabend wurde es in der Sitzung der Gemeindevertretung von Calden bei Tagesordnungspunkt Vier emotional. Thema war die Dorferneuerung im Ortsteil Ehrsten.

"Wir haben viel dank des Dorferneuerungsprogramms umgesetzt. Nur beim größten Brocken tut sich nichts“, sagte Brigitte Gerstenberg von der CDU-Fraktion. Mit „größter Brocken“ war der Umbau und die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) gemeint.

Gerstenberg hatte sich gewünscht, dass endlich mit den Arbeiten begonnen wird. „Die Toiletten sind miserabel. Die Damentoilette läuft sogar über“, erzählte sie aus ihrer eigenen Erfahrung. Bürgermeister Andreas Dinges wollte dem keinen Glauben schenken und hielt dagegen: „Da läuft nichts über.“ Er habe selbst schon viele Veranstaltungen in dem DGH besucht. „Sie waren noch nie auf der Damentoilette“, konterte Brigitte Gerstenberg erregt.

Das Argument, die Gemeinde könnte sich die nötigen Investitionskosten von 135 000 Euro nicht leisten, wollte sie nicht gelten lassen. Stattdessen warf sie der SPD vor, bei anderen Projekten sich auch nicht um die Frage gekümmert zu haben, ob dafür denn Geld da sei.

Andreas Wende von der SPD ließ sich aber nicht überzeugen: „Wir haben kein Geld für die Sanierung. Dennoch das Geld auszugeben ist keine sinnvolle Politik, um den Haushalt zu konsolidieren.“

Bürgermeister Andreas Dinges ergänzte, dass er beim Dorfgemeinschaftshaus in Ehrsten keinen dringenden Handlungsbedarf sehe.

„Wir haben kein Geld für die Sanierung.“

Das sieht der Ortsvorsteher von Ehrsten, Axel Träger, ganz anders. „Wir brauchen eine energetische Sanierung des Hauses“, erklärte er auf Nachfrage der HNA. „Im Winter lässt es sich nicht mehr hochheizen und das Haus ist nicht mehr zeitgemäß.“ Es könnten nicht einmal zwei Gruppen gleichzeitig das DGH nutzen.

„Wir fühlen uns an der Nase herumgeführt“, sagt Axel Träger. Seit 2009 liegt ein Konzept auf dem Tisch, seitdem wurden die Arbeiten von Jahr zu Jahr geschoben. „Das ist eine Frechheit.“ Nun sei der Zug abgefahren, glaubt der Ortsvorsteher.

Auch die Möglichkeit im Jahr 2017 beim neuen Dorferneuerungsprogramm dann das DGH saniert zu bekommen, sieht er nicht. „Dann sind berechtigterweise auch mal andere Ortsteile von Calden dran.“

Sorgt für Frust

Axel Träger befürchtet nun, dass das Engagement der Ehrstener für ihre Gemeinde nicht mehr groß sein wird. Diese Entscheidung werde für Frust sorgen. „Dabei haben wir uns in vielen Arbeitseinsätzen eingebracht.“

Einig waren sich aber die Gemeindevertreter darin, dass bei künftigen Investitionen auch die Folgekosten gleich mitberechnet werden sollen. Dazu möchte die SPD in der kommenden Gemeindevertretersitzung einen Antrag stellen.

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