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Osterfeuer in Obermeiser: Früher brannten hier Autoreifen

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Von: Tanja Temme

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Osterbrauch auf dem Mühlenberg: Regina Drescher, Sigrid Schneider, Christina Drescher, Elke Eckardt, Beate Neumeyer, und Sandra Voepel waren dabei.
Osterbrauch auf dem Mühlenberg: Regina Drescher, Sigrid Schneider, Christina Drescher, Elke Eckardt, Beate Neumeyer, und Sandra Voepel waren dabei. © Tanja Temme

Am Wochenende fanden im Kreisteil Hofgeismar nach zwei Jahren wieder einige Osterfeuer statt. Wir waren stellvertretend in Obermeiser dabei.

Obermeiser - 200 Besucher zog es am Samstagabend auf den Mühlenberg in Obermeiser, wo ein gigantisches Osterfeuer in Blockhausform entzündet wurde. Ganze 63 Jahre geht der kleine Caldener Gemeindeteil schon dieser Tradition nach.

„Die besondere Form bekam das Feuer erst in den 80er Jahren“, erklärt Luca Jordan. Er ist einer der 13-köpfigen Osterfeuergruppe, die sich um den Aufbau und die Durchführung des Brauchtums kümmern. Warum das Feuer bei ihnen diese besondere Form hat, liegt laut Jordan an der Statik. Ihre Vorgänger hätten sich aus Sicherheitsgründen irgendwann einmal dazu entschieden und so sei es bis heute geblieben. 60 Fichtenholzstämme, die jeweils fünf Meter lang waren, haben die Veranstalter sechs Meter hochgestapelt.

Damit es gut angeht, wurde in die Zwischenräume Stroh gesteckt und „ins Innere des Aufbaus die entsorgten Weihnachtsbäume gepackt“, ergänzt Jordan. Wie lange es das Feuer schon gibt, konnte man oben auf der Spitze sehen, wo eine 63 aus Stroh gebunden war.

1959: Erstes Osterfeuer in Obermeiser

Wer damals diesen Brauch nach Obermeiser gebracht hatte, war bei der Zusammenkunft auch Thema: „Robert Voepel, der damals aus dem Waldeckschen hier hergezogen ist, hat 1959 das erste Mal das Feuer ausgerichtet“, berichtete Holger Neumeyer. Da es seitdem auf der Spitze des Mühlenberges entzündet wird, hat sogar der Nachbarort Westuffeln etwas davon, ist es doch von dieser Richtung her gut zu sehen.

Doch nicht nur an den Initiator erinnerte man sich, auch die brennenden Autoreifen, die einst den Hang runtersausten, fanden Erwähnung. „Bis Ende der 70er Jahre hat man als optische Attraktion brennende Autoreifen den Berg herunterrollen lassen“, ergänzte Neumeyer. Das sei heutzutage undenkbar. Es heißt, dass dabei sogar mal eine Feldscheune Feuer gefangen habe, weshalb man davon abließ.

Obwohl es sich am Abend zunehmend abkühlte, musste niemand der vielen Gäste frieren, sorgte doch das riesige Feuer für ausreichend Wärme. Neben einer guten Auswahl an Getränken gab es obendrein noch Würstchen und Pommes für die Besucher. „Nicht zu vergessen die 4000 Liter Wasser, denn bei so einem großen Feuer muss man auf Nummer sichergehen.“

Bis frühmorgens gegen 7 Uhr soll dieses noch gebrannt haben, wie Jordan später noch auf Anfrage unserer Zeitung erzählte. Da die Osterfeuer-Jungs den gesamten Donnerstag mit dem Aufbau beschäftigt war, freute es sie sehr, dass ihr Angebot auf eine solch große Resonanz stieß, eine die wahrscheinlich auch dem Wetter geschuldet war. (Tanja Temme)

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