Strafanzeige wegen Körperverletzung

Gewerkschaft der Polizei übt Kritik nach erneutem Vorfall in Calden

Zeltlager in Calden: Am Montagabend war es hier erneut zu einer Schlägerei unter Flüchtlingen gekommen. Archivfoto: Hedler

Calden. Warum die beiden 24 und 30 Jahre alten Flüchtlinge am Montagabend bei der Essenausgabe in Streit geraten waren, darüber hat die Polizei noch keine Erkenntnisse.

Neben den beiden Kontrahenten verletzte sich noch ein 19-Jähriger aus der Einrichtung in Calden. Er wurde, wie auch der 30-Jährige, ambulant behandelt.

Der 24-Jährige, dem der 30-Jährige einen Faustschlag versetzt hatte, musste hingegen mit dem Rettungsdienst ins Klinikum gebracht werden. Noch am späten Montagabend habe er das Krankenhaus aber wieder verlassen können, berichtet Polizeisprecher Torsten Werner. Ob weitere Personen in Folge des Vorfalls verletzt wurden, sei der Polizei bislang nicht bekannt.

Dem Vernehmen nach sollen sich einige Flüchtlinge auch am Montag wieder mit Bettstangen und Stöcken bewaffnet haben, die aber wohl nicht zum Einsatz gekommen sind.

Laut Werner hat sich der 30-jährige Flüchtling während der Auseinandersetzung derart aggressiv verhalten, dass es für die Beamten aus „gefahrenabwehrrechtlichen Gründen“ unerlässlich gewesen sei, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Der 30-Jährige wurde am Dienstagmorgen wieder entlassen, berichtet Werner. Er muss sich nun wegen Körperverletzung verantworten. Eine zweite Strafanzeige wegen Körperverletzung richte sich gegen Unbekannt.

Am 27. September hatte es in Calden eine Massenschlägerei gegeben, an der 370 Flüchtlinge beteiligt gewesen waren. Dabei waren 14 Menschen verletzt worden.

Tägliche Einsätze

„Es wird immer wieder zu Konflikten in den Einrichtungen kommen“, sagt Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Nordhessen. Seine Kollegen aus Hofgeismar würden täglich zu drei bis vier kleineren Einsätzen in die Zeltstadt gerufen.

Die Belastung sei aufgrund der Flüchtlingskrise für alle Polizeibeamten derzeit sehr hoch, sagt Rüppel. Da enttäusche die Nachricht von Hessens Innenminister Peter Beuth, die Beihilfe für Beamte - bei einer gleichzeitigen Nullrunde - zu kürzen, extrem. „Das lässt viele Kollegen richtig zweifeln, ob ihre Arbeit gewürdigt wird.“

Lesen Sie auch:

- Wieder Schlägerei unter Flüchtlingen in Zeltstadt Calden

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.