Wir begleiten die Ausbildung des Tieres

Wie Uschi lernt, Leben zu retten: Riesenschnauzer aus Warburg wird Rettungshund

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Noch ist es ein Spiel: Sabine Fieseler tollt mit Riesenschnauzer „Uschi“ im Garten. Dabei soll die junge Hündin lernen, dass Menschen nett sind. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit das Tier als Rettungshund arbeiten kann.

„Uschi“ ist ein Energiebündel. Sie rennt, spielt und wird kaum müde. Ganz spielerisch wird schon intensiv mit ihr gearbeitet. Ihre Besitzerin Sabine Fieseler bildet die sechs Monate junge Riesenschnauzer-Hündin zum Rettungshund aus.

In loser Folge will die HNA Uschis Ausbildung begleiten.

Sabine Fieseler leitet die Caldener Rettungshundestaffel im DRK-Kreisverband Hofgeismar. In zwei bis drei Jahren soll der schwarze Wirbelwind die Staffel verstärken. Drei geprüfte Teams stehen derzeit für die Suche nach Vermissten bereit. Neben Uschi werden noch vier andere Hunde ausgebildet.

Uschi ist der sechste Riesenschnauzer in der Familie Fieseler, die in Warburg wohnt. Warum arbeitet Sabine Fieseler gerade mit dieser Rasse? „Weil Riesenschnauzer schwer erziehbar sind“, sagt die Staffelleiterin lachend.

Die Tiere seien zwar stur, aber sie vergessen nicht, was sie können. Sie seien sehr umgänglich, was bei der Suche nach vermissten Menschen besonders wichtig ist. Und sie seien bis ins hohe Alter sehr verspielt – ebenfalls ein wichtiger Faktor, um erfolgreich Leben retten zu können. Für die Hunde sei die Suche letztlich ein Spiel. Sind sie erfolgreich, gibt es eine ordentliche Belohnung. Allerdings brauchen Schnauzer viel Pflege.

Fieseler arbeitet mit Konsequenz und Geduld. Wenn Uschi etwas falsch gemacht hat, wird die Situation wiederholt. Wenn es klappt, gibt es eine Belohnung. Dabei wird die Geduld schon mal arg strapaziert: Beim Pressegespräch soll Uschi liegen bleiben. Aber das ist für den temperamentvollen Hund natürlich viel zu langweilig. Und deshalb ist immer wieder das Kommando „Hinlegen“ erforderlich – im Laufe der Zeit durchaus auch etwas nachdrücklicher.

Uschi lernt nicht nur zuhause. Fieseler nimmt sie mit auf das Übungsgelände bei Kelze, wo die Staffel regelmäßig trainiert. Dort gewöhnt sich die junge Hündin unter anderem an den Umgang mit anderen Vierbeinern. Natürlich wird auch das „Benehmen in der Öffentlichkeit“ geübt. Das passiert beispielsweise bei Gängen durch Hofgeismars Innenstadt. Dabei muss sich das Temperamentbündel an viele neue Eindrücke gewöhnen: Düfte, fremde Menschen, denen man nicht einfach nachlaufen darf, Autos, und, und, und.

Als angehender Rettungshund muss die Hündin lernen, dass Menschen erst einmal nett sind, sagt Fieseler. Das gilt auch für Menschen, die am Boden liegen und sich nicht bewegen. In der Ausbildung lernen die Tiere deshalb diese „Opferbilder“ kennen.

In der nächsten Folge lesen Sie, wie Uschi auf dem Übungsplatz den Umgang mit anderen Hunden lernt.

Hunde als Helfer in der Not

Einen anderen Anwärter auf den Titel "Rettungshund" haben wir für ein Video besucht. Der kleine Ole wird Suchhund der DRK Rettungshundestaffel Kassel-Wolfhagen.

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