Eingreifen der Polizei ist schwierig

Nutzen Notlage aus: Ein Salafist bewachte auch Flüchtlinge in Calden

Calden/Kassel. Mitglieder der Salafisten haben 100 in Calden untergebrachte Asylbewerber mit Bussen in eine Moschee nach Kassel gebracht.

Zudem wurde nun bekannt, dass nicht nur in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau ein Salafist als Wachmann gearbeitet hat - auch in Calden bewachte ein Mitglied der radikalen Islamisten Flüchtlinge. Das hat der hessische Innenminister Peter Beuth nun bestätigt.

Nach Einschätzung des Landes ist es Strategie der Extremisten, die Notlage der Flüchtlinge auszunutzen und sie anzuwerben. Dass Salafisten in Calden unterwegs sind, hatten Anwohner bereits im vergangenen Herbst beobachtet. Unter anderem berichteten sie von Bekehrungsversuchen. Damals gab es von offizieller Seite aber keine Bestätigung. Ein Eingreifen der Polizei sei in den genannten Fällen schwierig, weil kein strafbares oder gefährdendes Verhalten vorliege.

Konkret liegen dem Ministerium drei Kontaktversuche im Landkreis Kassel vor: Bereits im September sollen anlässlich des islamischen Opferfestes 100 Personen aus der Flüchtlingsunterkunft Calden mit Bussen in eine Kasseler Moschee gebracht worden sein, die von Salafisten frequentiert ist. Weitere Erkenntnisse dazu gibt es nicht.

Im gleichen Monat sollen an der Kasseler Lüttichkaserne vier Salafisten Gebetsteppiche, Gebetskappen und Korane an Flüchtlinge verteilt haben. Im Januar wurde dann ein Salafist aus Thüringen mehrere Tage als Wachmann im Caldener Lager beschäftigt. Dies sei jedoch illegal gewesen, dem Zoll aufgefallen und unterbunden worden.

Lesen Sie dazu auch:

- Salafistische Szene in Göttingen: Polizei war illegalen Waffenkäufen auf der Spur

- Interview mit Hessens Innenminister zum Thema Salafisten

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