Von Bahnhof und Zug-Klo

Caldener sammelt Eisenbahnschilder: Mittlerweile sind es Hunderte

An der Wand hängen Bahnhofsuhr und Bahnschiler
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Nur einige von Hunderten: Rund um eine Uhr über einem Durchgang hängen diese Exemplare.

Dass Eisenbahnschilder sein Ding sind, daraus macht Walter Raabe kein Geheimnis.

Calden - Wer sich seinem Modelleisenbahnladen in Calden nähert, kann an der Fassade schon einen Teil seines Sammelsuriums bewundern, vor allem große Bahnhofsschilder. Homberg, Oberbeisheim und Kirchhain ist zu lesen. „Die Bahnhöfe gibt es längst nicht mehr – so bleiben sie wenigstens in Erinnerung“, sagt der 67-Jährige: Bald kommt noch ein fünf Meter langes Schild vom Waldecker Bahnhof dazu, ein echter Hingucker, wie er sagt. Ein altes Straßenschild aus der Kasseler Nordstadt erinnert daran, dass er dort mal einen Laden hatte.

Als er vor 40 Jahren begann Modellbahnbedarf zu verkaufen, begann auch seine Sammelleidenschaft, als ein Kunde ihm Schilder zum Thema Eisenbahn anbot. So sei es dann bis heute immer weitergegangen, so dass er inzwischen mehrere hundert Exemplare hat – überall im Haus und vor allem im Laden.

Damit der Nachschub rollt, inseriert er wöchentlich in der HNA, erzählt er. Über Preise schweigt er, zuviel reden mache den Markt kaputt.

Fahrgäste sollen nicht spucken

Nicht ganz günstig war auch eines seiner Lieblingsschilder, ein Hinweisgeber, der „ersucht, in Bahnhofsräumen, Bahnsteigen, Treppen und Wagen nicht zu spucken.“ „Schade, dass es sowas nicht mehr gibt, an einigen Orten würde das auch heute wieder Sinn machen“, bemerkt Raabe. Zu seinen Favoriten gehört auch der befehlende Satz „Fasse dich kurz“, der aus einer alten Bahnhofstelefonzelle stammen soll und mahnt, auf Wartende Rücksicht zu nehmen.

Lieblingsschild: Wie alt dieses Spuckverbot ist, kann der Sammler jedoch nicht genau sagen.

Auch viele Schilder aus alten Waggons hat er. Etwa als Kuriosität den Hinweis, den Abort nicht in Bahnhöfen zu benutzen, denn das „Geschäft“ fiel damals einfach auf die Schienen, oder Beschriftungen zur Bedienung des Waschwassers.

Den Sitzplatz seiner Frau Lydia in der Garage, wo sie zum Rauchen hingeht, hat er mit „Schaffnerplatz“ gekennzeichnet und selbstverständlich hängt an der Wand ein original Zugaschenbecher.

Liebt Schilder rund ums Thema Eisenbahn: Walter Raabe hat vor seinem Modellbahnladen in Calden Schilder von Bahnhöfen hängen. Weitere sollen folgen.

Geschichten hat er über die einzelnen Stücke nicht parat. Viele bekommt er aus Nachlässen, weshalb er oft wenig über die Schilder erfährt: „Aber das ist nicht schlimm, ich freue mich auch so an meiner Sammlung.“ (Tanja Temme)

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