Streit begann an der Essensausgabe

Massenschlägerei in Calden: 18-Jähriger schlug 80-Jährigen

Die Massenschlägerei im Zeltlager Calden hatte nach HNA-Informationen ihren Ursprung in einem Streit zwischen einem jungen Flüchtling aus Albanien und einem Senioren aus Pakistan. 

Polizeisprecher Torsten Werner bestätigt offiziell nicht, welche Nationalitäten an der Schlägerei, bei der am Sonntag 370 Flüchtlinge mitgemischt hatten, beteiligt waren. Es gebe keinen Hinweis dafür, dass religiöse beziehungsweise kulturelle Gründe Ursache für den Konflikt gewesen seien, so Werner. Nach Angaben des Polizeisprechers war es um 12 Uhr an der Essensausgabe zu einer Auseinandesetzung zwischen den Männern gekommen. Der 18-Jährige soll sich vorgedrängelt haben, darüber soll sich der 80-Jährige aufgeregt haben.

Nachdem der junge Albaner bereits am Tisch gesessen habe, habe sich der Pakistani weiterhin über sein Verhalten echauffiert. Daraufhin sei der 18-Jährige aufgestanden und habe den 62 Jahre älteren Mann ins Gesicht geschlagen.

In der Folge griff ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ein, so Werner. Der sei dann von dem 18-Jährigen auch noch geohrfeigt worden.

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Zunächst habe sich die Lage wieder beruhigt, um gegen 15 Uhr dann zu eskalieren. Zu diesem Zeitpunkt saßen wohl noch Albaner in der Flugzeughalle, in der das Essen ausgegeben wird. Vermutlich, um den Angriff auf den 80-jährigen Landsmann zu rächen, hätten sich 70 Pakistani mit Alu-Stangen aus den Betten bewaffnet und auf die Albaner eingeschlagen. Bei dieser Massenschlägerei gab es laut Polizeisprecher acht Verletzte, darunter auch Flüchtlinge mit schweren Verletzungen. Sie wurden in umliegende Krankenhhäuser gebracht.

Polizeieinsatz im Zeltlager Calden

Die Polizei, die mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort war, habe beide Gruppen getrennt. Um eine weitere Eskalation und weitere Verletzte zu verhindern, habe die Trennung der Gruppen oberste Priorität gehabt, so Werner. Es sei für die Beamte unmöglich gewesen, in dieser Situation, einzelne Schläger festnehmen zu können.

Gegen 18 Uhr kam es dann zur nächsten Auseinandersetzung. Dieses Mal haben nach Informationen der HNA 300 Albaner 70 Pakistani angegriffen. Die Polizei habe sich erneut zwischen beide Parteien gestellt. Dabei seien Beamte mit Reizgas angegriffen worden. Drei Polizisten und drei Flüchtlinge erlitten dabei Atemwegsreizungen. Man ermittele wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

100 Flüchtlinge, nach Informationen der HNA handelt es sich um die 70 Pakistani und 30 Afghanen, wurden noch am Sonntagabend in andere hessische Erstaufnahmeeinrichrungen gebracht, um deeskalierend auf die Situation in Calden einzuwirken.

Zwei kurzfristig am Abend in Gewahrsam genommene Männer aus der Einrichtung waren kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Weitere Informationen folgen im Laufe des Tages.

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Rubriklistenbild: © HNA

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