Einwegspritzen statt Kaffee im ehemaligen Empfangsbereich

Wie sich Firmen und Sportler am alten Flugplatz Calden eingerichtet haben

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Lager statt Lounge: In der ehemaligen Empfangshalle am alten Flugplatz (hinten der Durchgang zum Vorfeld) hat Thomas Oertel einen Großhandel für Dentaltechnik eingerichtet. Seine Frau Benjamina hilft mit im Betrieb.

Calden. Wo früher die Passagiere an der Bar saßen und einen Kaffee tranken oder auf der Couch lasen, da reichen jetzt Regale bis an die Decke. Darin warten Einwegspritzen, Abdruckpaste und Polierstreifen auf den Versand. Was Firmen über ihre Lage am alten Flugplatz Calden sagen.

Im ehemaligen Empfangsgebäude unter dem Caldener Flugkontrollturm, Anschrift „Flugplatz 20“, hat Thomas Oertel (Meimbressen) mit seinem Großhandel für Zahntechnikprodukte ein neues Zuhause gefunden.

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Bis auf einen Mitarbeiter kommen alle aus der Nähe, was die Situation für die Firma verbessert, die ursprünglich in Lohfelden und dann in Bettenhausen beheimatet war. Nach Auslaufen des Mietvertrags suchte Oertel am alten Caldener Flugplatz nach neuen Räumen, doch die Hangare waren ihm zu groß.

In Gesprächen mit der Flughafen GmbH fand sich dann die Lösung, das Erdgeschoss und einige Räume im Obergeschoss des alten Empfangsgebäudes zu nutzen, um Lager, Büros, Besprechungs- und Sozialräume für sich und seine sechs Mitarbeiter einzurichten. Positiv ist nicht nur, dass Oertel jetzt mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß zur Arbeit gelangen kann, sondern dass auch die europaweiten Lieferungen schneller ankommen und abgehen als im komplexen Kasseler Stadtverkehr. Oertels Bilanz nach zwei Monaten: „Das ist hier optimal.“ Einen Nachteil, der sich aber als wenig gravierend herausstellte, mussten die Fallschirmspringer in Kauf nehmen. Weil Starts am alten Flugplatz nur noch mit kostspieligen Sondergenehmigungen möglich sind, werden die Fallschirmspringer nun per Kleinbus die etwa vier Kilometer zum neuen Flughafen gefahren. Beim Absprung landen die Sportler dann wieder am alten Flugplatz.

Dennoch haben viele Kunden der 1980 gegründeten ersten gewerblichen Fallschirmsprungschule in Deutschland die Treue gehalten, freut sich Inhaber Matthias Maushake, der mit seinen Mitarbeitern die Ausrüstungen, das Gelände und das Bistro für die morgen beginnende Saison vorbereitet. Die familiäre Atmosphäre und das viele Grün drumherum hätten viele Springer überzeugt, nicht zu wechseln. Zudem werde der Sprungbetrieb nicht mehr durch andere Flugzeuge oder Ultraleichtflieger beeinträchtigt. Maushake: „Wir kooperieren zwar gut mit allen, aber so ist es einfach entspannter“.

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