Auch Flüchtlinge sind willkommen

Skaterhalle für Jugendliche in Calden: Baubeginn im Februar

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Am neuen Standort: In der bisherigen Halle der Fallschirmspringer (links) soll eine Skateranlage entstehen. Am Donnerstag verschafften sich die Beteiligten und Initiatoren erste Eindrücke für die Planung. Mit dabei waren unter anderem (von links) Kurt Ulrich Heldmann (RP), Bürgermeister Maik Mackewitz, Projektleiter Tobias Egelkamp von der Skate-aid-Stiftung, Initiator und Projektentwickler Heinz W. Jordan und Student Carl-Michael Geisler, der den Skatern auch Unterricht geben wird.

Calden. Am alten Caldener Flugplatz soll schon in wenigen Wochen eine Skaterhalle entstehen. Erste Vorgespräche zur Einrichtung dieses Skateboard-Parks haben bereits stattgefunden.

Ab dem 15. Februar können die Arbeiten in der früheren Halle der Fallschirm-Firma Aerosport beginnen.

Das Jugendprojekt soll sowohl den jungen Leuten aus Calden einen regensicheren Treffpunkt bieten als auch für die Flüchtlinge aus der benachbarten Erstaufnahmeunterkunft offen stehen.

In der etwa 600 Quadratmeter großen Halle, in der sich bisher unter anderem die Werkstatt und das Materiallager der Fallschirmspringer befinden, ist an das Land Hessen verkauft und gehört jetzt zum Gelände der Einrichtung für Flüchtlinge. Weil die Fallschirmspringer ein neues Gelände am neuen Flughafen beziehen, wird die alte Halle bis zum 15. Februar geräumt. Dann können die Umbauarbeiten beginnen.

Treffpunkt für alle 

„Ziel ist ein Treffpunkt für alle, wo jeder von jedem lernen kann. Die Caldener Jungs können von Anfang an am Projekt mitarbeiten und beim Aufbau helfen. Wichtig ist, selbst etwas zu schaffen und auch nachhaltig durch Skateboard-Unterricht aktiv zu bleiben“, erklärt der ehrenamtliche Projektentwickler Heinz W. Jordan (Helsa), der gemeinsam mit seiner Frau auf die Idee kam, einen Treffpunkt für Jugendliche einzurichten, an dem sie auch Kontakte mit Jugendlichen anderer Nationen bekommen können und den Flüchtlingen, die unter Langeweile leiden, eine Beschäftigung zu bieten.

Die fachliche Begleitung geschieht über die Skate-aid-Stiftung, Projektleiter wird Tobias Egelkamp. „Das Projekt bringt Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft und sozialer Stellung über das Skateboardfahren zusammen und versucht diese langfristig in ihr lokales Umfeld zu integrieren“, beschreibt Heinz Jordan das Konzept. Es werden Kurse angeboten, in denen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 25 Jahren das Skateboardfahren erlernen können. Es biete Abwechslung und trainiere soziale Kompetenzen. Die Jugendlichen sollen beim Bau des Skaterparks mithelfen, später gibt es regelmäßig Unterricht und Skateboardtage. Die Ausrüstung wird über Spenden finanziert, zudem gibt es demnächst einen Aufruf, gebrauchte Boards zur Verfügung zu stellen. Mehrere große Firmen, darunter Holz-Jordan sowie ZF Luftfahrttechnik, haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Bei dem Ortstermin war der Betreuer Carl-Michael Geisler erfreut über die idealen Bedingungen in der Halle, in der keine Stützen den Sport behindern. Nun soll die Planung für die Rampen und Halfpipes erfolgen. Nach dem Ausräumen der Lagerhalle gehen die Arbeiten los und sollen acht bis zwölf Wochen dauern.

Das sagt der RP Kein falscher Eindruck

Das Regierungspräsidium in Kassel ist sich des Risikos bewusst, dass diese Aktion in der Öffentlichkeit falsch interpretiert werden könnte. Der Skaterpark solle auf jeden Fall auch von Kindern und Jugendlichen aus Calden und Umgebung genutzt werden. „Es soll dem Eindruck vorgebeugt werden, die Geflüchteten bekämen alles, während für die einheimische Bevölkerung nichts an sozialen Angeboten zur Verfügung gestellt wird“, heißt es in einer Stellungnahme zu dem Projekt. Das Gegenteil sei der Fall: Das Projekt biete einen hervorragenden Austausch- und Begegnungsraum für Kinder aus der Einrichtung und aus dem Ort. Vor allem würden junge Leute erreicht, die kaum andere Angebote der Sozialbetreuung nutzen. Es fange auch die Menschen auf, „die wegen schlechter Bleibeperspektive enttäuscht und frustriert sind“.

Hintergrund Hilfsprojekte in der ganzen Welt

Die Stiftung Skate-aid wurde von dem Skateboard-Pionier Titus Dittmann (Münster) gegründet, der die größte Handelskette für Skateboardausrüstungen in Deutschland gründete. Skate-aid fördert nationale und internationale Kinder- und Jugendprojekte und unterstützt den Bau von Skateparks in der ganzen Welt. Sie sammelt auch Geldspenden auf Konzerten, Contests und anderen Events.

Korrektur vom 26. Januar:

In der ersten Version des Artikels vom 16. Januar hieß es, dass "Titus" die Skateboardhalle "Mr. Wilson" in Kassel betreibt. Diese Information ist falsch. Richtig ist, dass die Skateboardhalle ehrenamtlich von jungen Menschen aus der Region betrieben wird. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. 

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