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Spargelsaison 2022: Hohe Preise sorgen für Zurückhaltung

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Von: Daria Neu

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Flaute beim Spargelverkauf: Die Anbauer aus dem Landkreis Kassel verkaufen 20 bis 30 Prozent weniger Spargel in diesem Jahr.
Flaute beim Spargelverkauf: Die Anbauer aus dem Landkreis Kassel verkaufen 20 bis 30 Prozent weniger Spargel in diesem Jahr. © Hendrik Schmidt/dpa

Die Saison 2022 ist keine gute für die Spargelbauer aus dem Kreis Kassel: Die Preise steigen, der Spargelverkauf läuft schleppend - und das, obwohl das Wetter in diesem Jahr einmal mitspielt.

Der Verkauf von Spargel läuft in diesem Jahr schleppend. Das können auch die Anbauer aus dem Kreis Kassel bestätigen. Die hohen Preise, die eine Folge der gestiegenen Energie- und Personalkosten sind, lösen Zurückhaltung bei den Kunden aus.

14,90 Euro für ein Kilogramm Spargel der Klasse eins hatten Bruno Fülling und sein Team am Anfang der Saison genommen – nun habe man den Preis bereits auf 11,90 Euro gesenkt, um das edle Gemüse überhaupt loszuwerden. „Wir ernten guten Spargel und das in einer ausreichenden Menge“, sagt Fülling. Das große Aber: „Die Verbraucher kaufen viel bewusster ein, seitdem die finanzielle Situation bei vielen Menschen enger geworden ist.“

Manuel Klemme Spargelbauer
Manuel Klemme Spargelbauer © Privat

In den Supermärkten, die der Spargel-, Erdbeer- und Charolaishof aus Zwergen ebenfalls beliefert, würden bereits Sonderangebote verkauft, um die Kunden zu animieren. „Die Löhne für die Erntehelfer, die Einhaltung der Auflagen, der Sprit – alles wird auch für uns teurer“, sagt Fülling. Noch komme man als Anbauer „mit einem blauen Auge davon“, allerdings sei ein aussagekräftiges Fazit erst am Ende der Saison möglich. In anderen Regionen Deutschlands, erklärt er, gebe es bereits Flächen, die stillgelegt würden, weil der Spargelverkauf so schleppend laufe.

Dass die Situation derzeit schwierig sei, bestätigt auch Manuel Klemme, Chef der Obstplantagen in Schachten, die den Caldener Spargel anbieten. „Man kann nur mutmaßen, dass es an den hohen Preisen liegt. Definitiv ist so gut wie alles teurer geworden.“

Ein Resümee könne auch Klemme erst am Ende der Saison ziehen. Fakt sei jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt: „Wir haben 20 bis 30 Prozent weniger Einnahmen, dafür aber etwa 30 bis 40 Prozent mehr Ausgaben.“ Das lasse sich nicht ausgleichen. „Dies ist kein gutes Jahr“, betont er.

Dabei sei das Wetter für das Wachstum des Spargels sehr gut gewesen, ergänzt Bruno Fülling. Daran sei es nicht gescheitert. Viel schwieriger sei die Wetterlage nun für die Erdbeeren. Die bräuchten deutlich mehr Regen. (Daria Neu)

Löhne und Energiekosten sind die Ursachen

In ganz Deutschland nennen die Bauernverbände die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie die Löhne als Ursache für die gestiegenen Spargelpreise. Die Sorge: Viele Erzeuger fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Deutsche Produktion könne kaum noch mit Frischware aus Ländern mit weitaus geringeren Mindestlöhnen konkurrieren, heißt es seitens der Bauernverbände unter anderem. Der Mindestlohn soll noch in diesem Jahr auf zwölf Euro steigen. 

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