B. Braun-Vorstände informieren sich

Spritzen-Hersteller zu Besuch im Impfzentrum Calden

Im Impfzentrum Calden stehen vier Menschen und zeigen die kleinen Spritzen, mit denen der Impfstoff in den Arm gespritzt wird.
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Besuch vom Spritzen-Hersteller B. Braun aus Melsungen: von links Christian Kapischke (Almo-Geschäftsführer), Kelly Röder (Managerin Qualitätskontrolle bei B. Braun), Otto Philipp Braun (Almo-Geschäftsführer) sowie Christian Heckmann, Apotheker im Impfzentrum, mit den Ein-Milliliter-Spritzen von B. Braun. Impfzentrum.

Sieben Dokumente müssen die Menschen vorlegen, die im Impfzentrum Calden die Spritze gegen das Coronavirus bekommen wollen.

Calden – Das erfuhren die Besucher, die am Mittwochabend das Zentrum besuchten. Diese Besucher arbeiten daran, dass die Spritzen dort überhaupt gesetzt werden können.

Zu Gast waren Vorstandsmitglieder von B. Braun aus Melsungen. Der Medizintechnik-Hersteller produziert in seinem Tochterunternehmen Almo in Bad Arolsen jährlich zwei Milliarden Spritzen. Darunter sind auch die kleinen Ein-Millimeter-Spritzen. Die werden jetzt weltweit für die Impfung gegen das Coronavirus gebraucht. In Calden informierten sich die Gaste aus Melsungen über die Arbeitsabläufe in einem Impfzentrum.

Am Dienstag 904 Impflinge erwartet

Vizelandrat und Gesundheitsdezernent Andreas Siebert begrüßte die Gruppe. Er berichtete natürlich von den Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Impfstoff. Für bis zu 1200 Menschen am Tag ist das Zentrum ausgelegt (HNA berichtete). Die höchste Zahl soll am Dienstag, 30. März, erreicht werden: Dann werden 904 Impflinge erwartet, kündigte Siebert an. Hinzu kommen die Menschen, die die mobilen Teams impfen. Das waren am Spitzentag etwa 600.

Die Seniorenheime seien abgearbeitet. Auf Impftermine warteten immer noch die Bewohner und Mitarbeiter von Einrichtungen wie der Baunataler Diakonie Kassel. Das seien im Kreis etwa 4500 Menschen. Aussuchen kann man sich den Impfstoff nicht: Meistens werde der von Astrazeneca angeboten und akzeptiert, sagte Siebert.

Blick in den Kühlschrank: von links Silvia Wagner (Leiterin der Herstellung im Impfzentrum), Dr. Holger Seeberg (Geschäftsführer B. Braun Avitum) und Kim Lisa Voelkel , Apothekerin im Impfzentrum.

300 Ärzte ständen bereit, erklärte der Gesundheitsdezernent weiter. 700 Mitarbeiter im Zentrum seien impfberechtigt. Hinzu kommen weitere Helfer in der Verwaltung und beim Sicherheitsdienst, der für geordnete Abläufe sorgt. Geimpft wird derzeit im Zwei-Schicht-Betrieb: von 9 bis 18 Uhr die Menschen, die laut Priorisierung anstehen, derzeit also Senioren. Von 18 bis 22 Uhr gibt es Sonderschichten für Lehrkräfte und Erzieher. „Wir arbeiten stur eine Liste ab“, erklärte Siebert, wie vorzeitige Impfungen vermieden werden.

Ganz entspannt impfen

Apothekerin Kim Lisa Voelkel informierte die Gäste, dass die Impfung selbst ganz entspannt ablaufen könne. Weil die Spritzen im Reinraum des Zentrums mit Impfstoff gefüllt werden, gebe es keinen Zeitdruck für die Besucher. Ihr Kollege Christian Heckmann ergänzte, dass es Spaß mache, an dieser Aufgabe im Impfzentrum mitarbeiten. So gebe es viele positive Rückmeldungen.

Heckmann berichtete auch, dass der Impfstoff-Hersteller Biontech von Caldener Erfahrungen profitiert habe: Mitarbeiter hätten in Internet-Seminaren des Mainzer Unternehmens Kollegen über ihre Vorgehensweise informiert.

Almo stockt Produktion auf

Almo in Bad Arolsen ist der einzige deutsche Spritzen--Hersteller, berichtete Geschäftsführer Otto Philipp Braun. Die Produktion der Ein-Milliliter-Spritzen – bisher 300 Millionen im Jahr – habe der Konzern schon vor Beginn der Impfungen aufgestockt. Die Maschinen dafür liefen rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche. Im Herbst soll eine neue Produktionsanlage ihre Arbeit aufnehmen. Die Bauarbeiten dafür liefen. (Bernd Schünemann)

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