Keine Anzeigen bei Polizei, Rathaus überrascht

Caldener Supermarktleiter klagt über Flüchtlinge

Calden. Der Einsatz von Sicherheitskräften in einem Supermarkt sorgt in Calden für Aufsehen. Dort hat der Leiter des Edeka-Marktes Wachleute engagiert, weil es Diebstähle und Vandalismus durch Flüchtlinge vom Flugplatz Calden gegeben haben soll.

Allerdings liegen der Polizei keine Strafanzeigen vor. HNA-Leser hatten berichtet, dass im Edeka jeweils nur zwei Flüchtlinge als Kunden in das Geschäft gelassen werden. Der Inhaber, Ewald Eckert, hat diese Praktik mittlerweile bestätigt. „Scharen“ von Flüchtlingen hätten seinen Laden gestürmt und Verpackungen aufgerissen.

Aktualisiert um 16.20 Uhr

Der Polizei sei ein solcher Vorfall nicht bekannt, sagt dazu Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Er will die Behauptungen aber auch nicht von der Hand weisen. Nur wenige Flüchtlinge in den Supermarkt zu lassen, sei rechtlich gedeckt: Der Inhaber übe damit sein Hausrecht aus. Edeka-Leiter Ewald Eckert bestätigte die bisherige Darstellungen, will sich aber nicht mehr dazu äußern: „Es ist alles gesagt, was gesagt werden musste“, so der Caldener.

Betrieben wird die Flüchtlingsunterkunft vom Regierungspräsidium Kassel. Das könne einen entsprechenden Vorfall im Edeka-Markt weder bestätigen, noch ausschließen, sagt Sprecher Michael Conrad. Es sei nichts aktenkundig. Dass sich Edeka-Inhaber Eckert von den Behörden im Stich gelassen fühlt, verstehe man beim RP nicht: „Die Offenheit unserer Seite war da.“ Sie sei aber von Eckert nicht wahrgenommen worden. „Und es ist nicht so, dass wir hinter den Problemen herlaufen müssen.“ Im Caldener Rathaus war zwar bekannt, dass es Probleme mit Flüchtlingen gibt, aber die seien „nicht so massiv gewesen, wie nun dargestellt“.

In Zeltstadt sind 784 Flüchtlinge

Seit Tagen macht das Gerücht die Runde, die maximale Kapazität der Zeltstadt werde von 1000 auf 1500 Flüchtlinge angehoben. Dies dementierte das Regierungspräsidium Nordhessen. Da die Kapazität der Unterkünfte noch nicht ausgeschöpft sei, „können wir uns das auch nicht vorstellen“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. Momentan seien 784 Menschen auf dem Flugplatz untergebracht. Allerdings wächst die Zeltstadt momentan, Grund sei der Aufbau von Betreuungsangeboten für die Bewohner, heißt es. Zum Umfang der Erweiterung macht das RP keine Angaben. Beim Bau der Unterkunft war die Fläche mit 23.000 Quadratmetern angegeben worden.

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