Rundflüge

Da ist Muskelkraft gefragt: Legendäre "Tante Ju" besuchte den Flughafen Kassel

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Andrang am historischen Flieger: Passagiere kurz vor dem Start des fliegenden Denkmals in Calden. Die Besatzung (an der Tür) begrüßte die Passagiere und informierte über Flugzeug und die Lufthansa-Stiftung, zu der die Maschine gehört.

Calden. Wackeliger Flug, stickige Luft, enge Sitze – und trotzdem oder gerade deswegen hat dieses Flugzeug einen besonderen Reiz. Am Dienstag war die „Tante Ju“ wieder zu Gast auf dem Kassel Airport.

Zu drei Rundflügen startete die über 80 Jahre alte Maschine in Calden, bevor sie zur Übernachtung nach Egelsbach (Südhessen) geflogen wurde.

16 Gäste können in der Kabine sitzen. Die meisten Plätze waren schnell vergeben. Und wenn es noch einzelne freie gab, wurden die kurz vor dem Abflug schnell von Interessierten gebucht. Von einst Tausenden Junkers Ju 52 gibt es jetzt weltweit noch mindestens vier flugfähige, erklärte Flugbetriebsleiter Uwe Wendt, der die Maschine gestern auch steuerte. Die Maschine der Lufthansa-Berlin-Stiftung ist die einzige in Deutschland. Und nach Wendts Angaben die am besten erhaltene.

Wendt, der hauptberuflich einen Airbus A340 bei der Lufthansa fliegt, schwärmt von der Maschine. „Da sind richtig Handarbeit und Muskelkraft gefragt“, sagt der Pilot. Ein Airbus sei vollgestopft mit Technik, die „Tante Ju“ werde dagegen „mit viel Herz und von Hand geflogen“.

"Tante Ju" drehte Runden über dem Flughafen Kassel

Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
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Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
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Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
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Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann
Tante Ju am Flughafen Kassel in Calden
 © Schünemann

Für die Piloten des fliegenden Denkmals sei es „eine Ehre und Privileg“. Dieses Privileg wollen laut Wendt viele genießen: Die Warteliste für neue Piloten ist „unfassbar lang“. Und alle hätten – trotz stickiger Luft und fehlender Klimaanlage – „nach der Landung ein breites Grinsen im Gesicht“.

15 Flugingenieure und vier Techniker sorgen im Hintergrund dafür, dass die Maschine immer flugbereit ist. Das gesamte Personal arbeitet bei der Lufthansa. Die Flüge mit der Ju absolvieren sie in ihrer Freizeit, sagte Wendt. Insgesamt betreuen 20 Flugbegleiter die Ju-Passagiere. Und im Hintergrund sorgt noch ein Team im Büro dafür, dass bei den Flügen alles rundläuft.

Auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt werden mit der Ju 52 Trainingsflüge absolviert und neue Piloten lizensiert. Der Flughafen habe dafür ein besseres Angebot gemacht als andere, sagte Wendt im HNA-Gespräch.

Vor dem Rundflug dankte die Crew übrigens ausdrücklich fürs Mitfliegen: Mit dem Kauf der Tickets leisteten die Passagiere ihren Beitrag zum Erhalt des Flugzeugs. Der Stiftung sei bewusst, dass ein Ju-52-Rundflug deutlich teurer ist als mancher Flug nach Mallorca. Die Preise deckten aber nicht die gesamten Kosten, sagte Betriebsleiter Wendt.

Die Plätze für den zweiten Caldener Flugtermin am 18. Juni sind alle vergeben. 

Mehr Informationen zum Flieger gibt es auf www.Lufthansa-Ju52.de.

Video von Tante Ju

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