Bedeutendste Schau in der Region 

500 Tiere bei Nordhessischer Taubenschau in Calden

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Edel statt gewöhnlich: Auf der Taubenschau gab es auch diese Perückentaube zu sehen.

Calden. Munter gurrten sie in der Mehrzweckhalle, die edlen Rassetauben, die so gar nichts mit den „Ratten der Lüfte" zu tun haben, wie Tauben in Städten oft genannt werden.

Ganz im Gegenteil sogar, die gefiederten Prachtexemplare verzückten Züchter und Besucher am Wochenende bei der 39. Nordhessischen Rassetaubenschau des allgemeinen Kasseler Taubenzüchtervereins 1904 gleichermaßen.

Ob eisfarbig mit schwarzen Binden wie die Damascener, üppig befiedert mit getigertem Kopfschmuck wie die Perückentaube oder blau-gehämmert wie die niederländische Schönheitsbrieftaube - allesamt stolzierten ganz graziös in ihren kleinen Käfigen auf und ab, als seien sie sich ihrer Erlesenheit bewusst.

Um die ging es hier auch, anders als bei den Brieftauben nämlich kommt es bei den Rassetauben nicht auf Flugleistung an. „Unser Zuchtziel ist die Schönheit“, sagt Ausstellungsleiter Günter Diegler, dem es gelungen ist, über 30 Züchter mit an die 500 Tauben zur bedeutendsten Rassetaubenschau in Nordhessen und Südniedersachsen zu locken.

Sie alle buhlten um die Gunst der Preisrichter. Kein leichtes Unterfangen, denn die Bewertung hat nach vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter festgelegten Standards zu erfolgen. Besonderes Augenmerk legten die Zuchtexperten dabei nicht nur auf Kopf, Schnabel und Farbe. Sie begutachteten zudem die Harmonie von Körperbau und Muskulatur, um nach Einschätzung von Gefieder, Flügel und Schwanz ihre Gesamtbewertungen auf die kleinen Kärtchen zu schreiben, die zur Ausstellung am Wochenende die kleinen Käfige zierten.

Auch die heimische Rasse Kasseler Tümmler durfte auf dem Laufsteg der Schönsten nicht fehlen. Um das Jahr 1900 im Kasseler Raum erzüchtet, hat sie heute einen neuen Hochstand in der Zucht erreicht und war in Calden dank Günter Diegler sogar Mittelpunkt einer Sonderausstellung. „Es ist eine hochgestellte Taube mit langem Hals, der Körper entspricht im Großen und Ganzen dem einer normalen Taube, abweichend sind die langen Beine, der lange Kopf und die hohen Beine“, erklärt der passionierte Züchter, der im heimischen Grebenstein selbst an die 100 Tümmler beherbergt.

Gute Bewertungen gab es auch für sie, zu den Allerschönsten aber zählten sie zumindest bei der 39. Rassetaubenschau nicht. Nordhessenmeister wurde Dirk Schneider (Söhrewald) mit seinen eisfarbenen Damascenern gefolgt von Gerd Künemund (Lauenförde) mit Deutsche Modeneser Schietti gelb und Joachim Ebert (Calden) mit seinen Portugiesischen Tümmlern. Die beste Gesamtleistung erreichte Hartmut Bierschenk (Kassel) mit blau gehämmerten Kingtauben, den erstmals vergebenen Siegerpokal erhielt der zweite Nordhessenmeister Künemund. Beste Gesamtleistung der Sonderschau Kasseler Tümmler: Dieter Mlynar (Bochum).

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