Flugfans schwitzten für Militärflieger

Militärflieger sorgete für Aufsehen: Tornado landete in Calden

Calden. Sonne, Hitze und Ungewissheit - kommt er oder kommt er nicht? Das prägte die Stimmung am Donnerstagmittag am Infopoint des Flughafens Kassel-Calden. Denn zum zweiten Mal sollte ein Militärjet zu Übungszwecken hier landen.

Als Anfang Juni ein Eurofighter der Luftwaffe eintraf, geschah dies zwei Stunden später als angekündigt. Heute mussten die Schaulustigen nur 26 Minuten warten, dann setzte ein Tornado mit erstaunlich kurzem Landeweg auf.

Etwa 200 Besucher am Infopoint und weitere etwa 100 entlang der Zäune wurden mit einer Landung im idealen Licht belohnt. Zahlreiche Fotografen hatten sich eingefunden, um mit teilweise beachtlichen Teleobjektiven das vermutlich einmalige Ereignis festzuhalten.

Denn ein Militärflughafen ist nach Angaben der Flughafenleitung in Calden nicht geplant, auch wenn in den vergangenen Wochen immer wieder darüber spekuliert wurde. Bei dem Übungsflug des Tornado – genauso wie bei der Landung eines Luftwaffen-Airbus A 310 am Dienstag – ging es nur darum, die Tauglichkeit des Flughafens für diese Flugzeugtypen zu testen - und zwar für Notfälle.

Diese Landungen sind Ausnahmen, da generell immer der militärische Heimatflughafen bevorzugt angeflogen wird. Im Falle einer nötigen Ausweichlandung, etwa bedingt durch schlechte Wetterverhältnisse, können Landungen in Ausnahmefällen auch auf zivilen Flughäfen erfolgen.

Der Besuch in Calden zeigte gestern, dass die dortigen Mitarbeiter nun auch auf diesen Flugzeugtyp vorbereitet sind. Aus Sicht der Jetpiloten ist der Flughafen Calden für Tornadolandungen geeignet, aber nur bei gutem Wetter, solange das Instrumentenlandesystem noch nicht komplett ist.

Bilder aus Calden

Tornado landet in Kassel-Calden

Der Jet, der aus der Nähe von Lübeck nach Calden geflogen und nach einem Überflug gelandet war, stand über drei Stunden auf dem Vorfeld nahe des Terminals. Die Piloten erläuterten dem Abfertigungspersonal und vor allem den Mitarbeitern der Flughafenfeuerwehr die technischen Besonderheiten der Maschine. Dazu gehörten das Lösen der Zusatztreibstofftanks, das Absprengen der Kabinenkanzel von außen und das Blockieren des Fahrwerks und des Fanghakens gegen versehentliches Auslösen.

Die Feuerwehrmitarbeiter dokumentierten die technischen Details auch durch eigene Fotos, um eine Dokumentation zu erstellen.

Als der Tornado gegen 16 Uhr mit etwas Verspätung wieder startete, war das der vorerst letzte Besuch eines Militärflugzeugs in Calden. Derzeit steht kein weiterer Typ auf der Warteliste.

Von Thomas Thiele

Rubriklistenbild: © Thiele

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