Leserfragen an Regierungspräsidium Kassel

Über beheizte Zelte und Verständigung: Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlingsunterkünfte

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Die jüngste Kasseler Erstaufnahme-Unterkunft: In die Einrichtung im ehemaligen Veterinäramt an der Druseltalstraße werden seit gestern Flüchtlinge aus dem Zeltlager Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis) verlegt.

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt weiter viele Menschen in der Region. Die HNA hat dazu Fragen von Lesern und aus der Redaktion an das Regierungspräsidium Kassel gestellt. Hier lesen Sie die Antworten im Überblick.

Sind die Zelte in den Erstaufnahme-Einrichtungen eigentlich beheizt – und bekommen die Menschen dort ausreichend Decken? 

Die Zelte sind beheizt, sagt das Regierungspräsidium. Decken würden ausreichend verteilt, man habe nachgebessert. Beispiel Schwarzenborn: Weil es dort im Knüllgebirge bereits recht kühl ist, bekomme jeder zwei normale Decken, eine Wolldecke und einen Schlafsack.

Wie viele Flüchtlinge leben derzeit noch in Zelten in der Region? 

In der Zeltstadt auf dem alten Flughafen Calden waren es gestern 1750, in Schwarzenborn noch knapp 200. Die Einrichtung in Calden soll durch Verlegung von Flüchtlingen in feste Unterkünfte nach Beberbeck schon am Wochenende entlastet werden. Generell gilt aber laut RP: Die Lager sollen erhalten bleiben, es sei ja noch mit Neuankünften zu rechnen.

Ziehen sich Regierungspräsidium und Rotes Kreuz komplett aus der Zeltstadt Calden zurück? 

Fragen und Antworten:

Weitere Leserfragen und die Antworten dazu lesen Sie hier.

Richtig sei, dass die Hilfsorganisation Johanniter sozusagen als Generalunternehmer die Zeltstadt in Calden für das Regierungspräsidium betreue. Das betreffe vor allem die alltägliche Organisation, also Dinge wie die Ersterfassung der Ankömmlinge oder das Instandhalten der hygienischen Anlagen. Mitarbeiter des Regierungspräsidiums und auch des Roten Kreuzes seien aber nach wie vor im Zeltlager vor Ort.

Nahe Calden hat eine Leserin am Donnerstag Flüchtlinge mit Mundschutz beobachtet. Was steckt dahinter? 

Es müsse sich um Einzelfälle handeln, heißt es vom RP. Die genaue Ursache sei unklar. Es lägen auf jeden Fall keine Informationen über eine Maßnahme wegen Krankheitsausbrüchen oder Ähnlichem vor.

Die Security vor Ort in Calden spricht angeblich kein Englisch, sagt ein Leser. Führt das zu Verständigungsproblemen? 

Man könne Verständigungsprobleme nicht ausschließen, sagt das RP. Das hänge von den eingesetzten Security-Leuten ab: Einige könnten besser Englisch, andere weniger gut. Einige grundlegende Wörter sollte aber jeder beherrschen.

Musste die Security bislang bei Vorfällen in der Zeltstadt Calden eingreifen? 

Offensichtlich ja: Wenn so viele Menschen in einer Zeltstadt leben, komme es auch zu Unstimmigkeiten, so das RP. Massenschlägereien habe es aber nicht gegeben. Die Security greife ordnend ein, vor allem bei Zugangskontrolle oder Kleiderausgabe.

Die Hauptamtlichen im Lager seien überfordert, sagt ein Leser. Neue Kräfte würden nicht eingearbeitet, es gebe keine geregelten Briefings oder Übergaben. Was sagt das RP zu diesen Vorwürfen? 

Ab und zu gebe es in der Tat Engpässe in der Organisation, gerade bei Übergaben könne es etwas länger dauern, räumt das Regierungspräsidium ein. Gerade am Anfang sei das so gewesen, als die Situation für alle Einsatzkräfte neu gewesen sei.

Gibt es genügend Dolmetscher in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Regierungspräsidiums? 

Man arbeite mit zwei Dolmetscher-Firmen zusammen, erklärt das RP. Für jede Sprache solle generell in jeder Einrichtung mindestens ein Dolmetscher vorhanden sein. Bei der schnellen Belegung neuer Unterkünfte habe man aber auch kurzfristig Dolmetscher aus bestehenden Einrichtungen abziehen müssen. Daher könne es auch zu Engpässen gekommen sein. Je mehr Einrichtungen das RP betreibe, desto mehr Dolmetscher brauche man. Daher werden noch Übersetzer gesucht.

In Calden sei ein Zelt mit der Kinderbetreuung geräumt worden. Warum hat man dies getan? 

Man habe kurzfristig Platz für neu ankommende Flüchtlinge schaffen müssen, sagt das Regierungspräsidium. Man wolle aber recht kurzfristig Abhilfe schaffen. Eine angrenzende Lagerhalle solle ausgeräumt werden, damit Kinder dort spielen und betreut werden können.

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