Mit 15 Maschinen vom Airport Kassel in die Heimat

Über 700 Flüchtlinge bereits über Caldener Flughafen ausgeflogen

Kassel. Seit April schiebt das Regierungspräsidium (RP) Gießen, das auch für die Flüchtlingserstaufnahme in Hessen zuständig ist, Asylsuchende über den Airport Kassel ab. Dabei handelt es sich allein in diesem Zeitraum um 721 Personen.

Die wurden vor allem nach Pristina (Kosovo) ausgeflogen. Vergangene Woche flog erstmals eine Maschine nach Tirana (Albanien).

Das teilte das Regierungspräsidium mit. Teilweise sind die Asylsuchenden freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt, teilweise wurden sie abgeschoben. Für den Flughafen in Calden hat sich das RP Gießen entschieden, weil der Airport größere Spielräume bei den Abflugzeiten zuließe. Bisher sind neun Flüge mit Menschen von Calden geflogen, die freiwillig ausreisten und sechs „Abschiebecharter“. Reisen die Flüchtlinge freiwillig aus, bucht in der Regel das RP die Maschine. Bei Abschiebungen übernimmt das meist die Bundespolizei.

Auch das RP Darmstadt, das unter anderem für den Bereich Frankfurt zuständig ist, schiebt Menschen teilweise über Calden ab, überwiegend aber aus Frankfurt. Wie viele genau das sind, ist nicht klar. Insgesamt sind laut Behördenauskunft 259 Personen vom Regierungspräsidium Darmstadt in ihre Heimat gebracht worden. Im Vorjahr waren es insgesamt 320. Wie viele Asylsuchende insgesamt vom Frankfurter Flughafen aus in die Heimat gebracht werden, ist nicht bekannt.

Das Regierungspräsidium Kassel war trotz mehrfacher Anfrage nicht in der Lage, Auskunft darüber zu geben, wie viele Menschen es über den Airport Calden ausfliegt.

Aus Zahlen des Innenministeriums geht aber hervor, dass in diesem Jahr aus dem Regierungsbezirk Kassel - dieser umfasst die Ausländerbehörden in Nordhessen - 245 erfolglose Asylbewerber abgeschoben wurden – vermutlich ein Teil auch über Calden. Die Zahl der freiwilligen Ausreisenden ist nicht bekannt.

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