Lage bei Reizgas-Attacke vor wenigen Tagen "eskaliert“

RP über Zeltstadt in Calden: Regelmäßige Einsätze der Polizei

Calden. Wo 1500 Menschen verschiedener Nationalitäten eng aufeinander lebten, komme es natürlich auch zu Streitigkeiten und „kleinen Handgreiflichkeiten“, sagt Harald Merz.

Bei dem Reizgas-Angriff, bei dem kürzlich 60 Menschen verletzt worden sind, sei die Lage in einem Einzelfall eskaliert, so der Sprecher im Regierungspräsidium Kassel zu dem Vorfall in der Zeltstadt

Laut Merz sei die Polizei in der Flüchtlingseinrichtung in Calden regelmäßig vor Ort. Manchmal zwei Mal am Tag, an manchen Tagen gebe es aber auch gar keine Einsätze. Zudem sei der Sicherheitsdienst rund um die Uhr mit 20 Personen im Einsatz. Diese bewachten die Eingänge und liefen in der Einrichtung auch Streife.

Jede Firma, die in die Zeltstadt zu tun habe, werde bei der Ein- und Ausfahrt registriert. Zudem müssten sich alle Personen, Flüchtlinge und Mitarbeiter, am Eingang ausweisen.

Jeder kann Reizgas kaufen

Einsätze von Reizgas und Pfefferspray unter Zivilisten sind eher selten. In Kassel beispielsweise liegt der letzte medizinische Hilfseinsatz gut drei Jahre zurück, als Sanitäter beim Stadtfest tätig werden mussten, wo sich mehrere Personen verletzt hatten, wie ASB-Bereichsleiter Martin Hauck berichtet.

Die Sprays sind im Waffenhandel und per Internet frei erhältlich. Sie sind weit verbreitet und werden zum Beispiel von Joggern gegen Hunde mitgeführt, doch Einsätze kommen kaum vor. Hauck: „Es geht mehr um das Sicherheitsgefühl“. Zur Behandlung werden zunächst die Augen gespült, bei sehr starker Reizung kann auch ein Augenanästhetikum eingesetzt werden, um die Empfindung herabzusetzen.

„Am nächsten Tag ist sowas in der Regel verschwunden. Es ist eine starke Reizung die wieder verfliegt, so, als ob man Parfüm oder Pfefferpulver ins Auge bekommen hat“, berichtet der Hofgeismarer Augenarzt Dr. Johannes Bühnen. Auch in seiner Praxis seien diese Fälle extrem selten.

Reizgas (CS-Gas) wird meist von Polizei und Sicherheitskräften verwendet. Es ist auch in einer milderen Form in Spraydosen frei verkäuflich als Abwehrmaßnahme gegen Überfälle.

Wenn das Reizgas in die Augen gesprüht wird, wird der Angreifer durch die starke Reizung zeitweise kampfunfähig.

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