Verdacht auf Tuberkulose in Zeltstadt Calden

Calden. In der Flüchtlings-Zeltstadt in Calden sind aktuell zwei Verdachtsfälle auf Tuberkulose aufgetreten.

Das erklärte das Regierungspräsidium Kassel am Montag auf HNA-Anfrage. Die Betroffenen seien zur weiteren Diagnostik in ein Krankenhaus gebracht worden. Zum einen, um Mitbewohner und Hilfskräfte des Zeltlagers zu schützen. Zum anderen, um eine entsprechende Behandlung einleiten zu können, falls es sich wirklich um Tuberkulose handeln sollte. Das RP arbeite generell eng mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Kassel zusammen, sagte Harald Merz, persönlicher Referent des Regierungspräsidenten.

Stichwort: Tuberkulose (TBC)

Tuberkulose (TBC) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen die Lungen betrifft. Früher wurde die Erkrankung auch „Schwindsucht“ genannt. Tuberkulose wird durch Bakterien des Stamms Mycobacterium tuberculosis hervorgerufen. Die Ansteckung findet in der Regel per Tröpfcheninfektion statt.

Nicht jede Infektion mit dem TBC-Erreger führt zwangsläufig zu einem Ausbrechen der Krankheit. Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Die Symptome für eine Tuberkulose sind zunächst unspezifisch: Husten, Nachtschweiß und erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann mit dem Husten grünlicher oder blutiger Auswurf einhergehen. Zur Diagnose wird in der Regel eine Röntgenuntersuchung gemacht. Die Behandlung erfolgt mit Antibitiotika – wegen der Ansteckungsgefahr ist ein Krankenhausaufenthalt nötig. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden 2013 insgesamt 4318 Tuberkulosen übermittelt (5,3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner). Die Zahlen waren damit stabil im Vergleich zu den Vorjahren.

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Rubriklistenbild: © Lars Drangeid

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