27 Wagen und Fußgruppen

Caldener Kirmesumzug: Hahnenterror, viel Humor und ein Heiratsantrag

Motivwagen beim Kirmesumzug in Calden
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Lieber Fahrrad oder Rennwagen? Die Gruppe „Wilde 7“ hatte einen Wagen zum Thema Tempolimit gestaltet – und machte jede Menge knackige Ansagen.

Wie üblich hatten sich die Akteure auch beim 74. Kirmesumzug in Calden am örtlichen Sportplatz versammelt.

Calden - „27 Wagen und Fußgruppen sind dieses Jahr dabei. Eine Anzahl, mit der wir zufrieden sind“, sagte Kirmesvater Michael Engel, denn der Pandemie wegen sei ja noch immer nicht alles normal.

Tatsächlich blieben im Vergleich zum vergangenen Umzug einige Fußgruppen fern. Wie es die Tradition vorgibt, wurde der fast zweistündige Zug durch den Ort am Sonntag vom Kirmesvater und seinen Stellvertretern angeführt. Zylinder mit Blumenschmuck, hohe Stiefel, Reiterhose und Jackett – so liefen die Drei an den vielen Schaulustigen am Straßenrand vorbei. Gab es für sie bisher oft ein Schnäpschen oder ein Bier von den Wagen, so war das Verteilen offener Getränke diesmal von den Kirmesmachern untersagt worden, denn man habe „was Corona angeht kein Risiko eingehen wollen“, wie der Kirmesvater mitteilte.

Wie es in Calden üblich ist, nahmen einige der Wagenbauer Themen aus dem Ort aufs Korn: Für besonderes Aufsehen sorgte etwa ein Gefährt mit riesiger Parkuhr und einer strengen Politesse. Damit wollte man seinen Unmut über die geplanten Parkgebühren bei Schloss Wilhelmsthal zum Ausdruck bringen. Kostprobe: „Die MHK ganz ungeniert sich in Wilhelmsthal die Kasse saniert.“

Gut an kam auch der „Terrorgockel“, der von einem Bauhofmitarbeiter eingefangen werden musste. Damit spielte man auf einen ausgebüchsten Hahn an, dessen Gekrähe Anwohner nervte, weswegen das Ordnungsamt eine Einfangaktion auf den Weg bringen musste. Auch die lang geschlossene Wursttheke im Edeka oder die Vielzahl an Pizzabringdiensten wurden auf die Schippe genommen. Eher informativen Wert hingegen hatte der Wagen, der auf den geplanten Wochenmarkt aufmerksam machte. Daneben widmeten sich die Cällischen auch Inhalten, die nicht ihren Ort betrafen: So präsentierte eine Gruppe den Capitolsturm, der nach der Wahl in Amerika in aller Munde war, andere beleuchteten das Thema Tempolimit.

Eine Verzögerung gab es, weil Sabrina Homburg ihrem Freund Thorsten Homburg, der zufällig den gleichen Nachnamen trägt, während des Umzugs einen Heiratsantrag machte. Der 38-Jährige war überaus überrascht. Und so wurden viele Menschen am Straßenrand Zeuge, wie sie als Käfer verkleidet ihrem Auserwählten im Weltraumanzug die Fragen aller Fragen stellte – und er Ja sagte.

Nach dem Umzug wurde bei der Kirmesparty auf dem Rathausplatz gefeiert. Feiern war auch schon am Vorabend Programm gewesen, mit mehr als 400 Gästen im Gasthaus Wilhelmshöhe, wo 2G galt. (Tanja Temme)

So lief der Kirmesumzug in Calden

Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme
Teilnehmer beim Kirmesumzug in Calden
Impressionen vom Kirmesumzug in Calden © Tanja Temme

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