Sieben Verhandlungstage, 26 Zeugen geladen

Wachmann in Calden erschossen: Mordprozess beginnt

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Kameramann am Tatort: Reifenspuren auf einem Feld bei Fürstenwald waren am Tag nach der Tat noch zu sehen. 

Calden. Acht Monate nach der Tötung eines Wachmanns des Flüchtlingslagers Calden kommt der Fall nun vor Gericht.

Ab Mittwoch, 19. Oktober, muss sich ein 25-Jähriger vor dem Landgericht Kassel dafür verantworten. Er wird wegen Mordes angeklagt.

Der im Caldener Ortsteil Ehrsten wohnende Mann hatte vor der Tat ebenfalls beim Sicherheitsdienst im Flüchtlingslager gearbeitet. Er soll am 10. Februar mit seinem Opfer in dessen Auto auf ein Feld bei Fürstenwald gefahren sein. Nach Schilderung der Staatsanwaltschaft ging der Schütze kaltblütig vor: Während der Fahrt habe er von der Rückbank aus seinem Ex-Kollegen mit einer Pistole in den Kopf geschossen. Das Fahrzeug kam daraufhin zum Stehen. Nach dem Aussteigen soll der Angeklagte bemerkt haben, dass sein Opfer noch lebt und ihm nochmals in den Kopf geschossen haben.

Nach den Schüssen hatten Polizisten den 25-Jährigen in der Nähe des Tatortes festgenommen. Die Waffe trug er noch bei sich. Der Ex-Sicherheitsmann legte ein Geständnis ab, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zum Motiv macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Der Angeklagte und sein türkischstämmiges Opfer, ein 35-Jähriger aus Kassel, waren befreundet. Nach der Tat hatte es Schilderungen aus dem Umfeld des Angeklagten gegeben, die auf psychische Probleme und Drogen hinwiesen.

Laut Ex-Kollegen kam es bei dem 25-Jährigen vor der Bluttat zu Aussetzern bei der Arbeit, er soll eine Morddrohung gegenüber dem späteren Opfer ausgesprochen haben. Darstellungen, die Vorgesetzten im Flüchtlingslager seien über die Vorfälle informiert gewesen, hatte das Land Hessen widersprochen. Es ist Betreiber des Flüchtlingslagers.

Es wird ein Prozess mit vielen Zeugen: Sieben Verhandlungstermine sind angesetzt, 26 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Auf Mord steht lebenslange Freiheitsstrafe.

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