Schlitzberger für Umzug in Erler-Kaserne

Wegen Brandgefahr: Ex-Landrat will Caldens Erstaufnahme verlegen

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Feuerwehreinsatz beim Brand im Lager Calden vor zwei Monaten.

Calden. Die Erstaufnahme im Flüchtlingslager Calden soll in die frühere Kaserne in Rothwesten verlegt werden. Das schlägt der Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger (SPD) als Konsequenz aus dem Großbrand im August vor.

Es sei auch die Chance, eine für den Wirtschaftsstandort Kassel-Calden „fatale Fehlentscheidung“ zu korrigieren.

Der frühere Landrat wendete sich in der Vergangenheit wiederholt an das Land, um auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. Nun hat er einen offenen Brief an Finanzminister und Flughafen-Aufsichtsratchef Dr. Thomas Schäfer geschrieben.

Darin schlägt Schlitzberger quasi einen Rollentausch vor: Die Kaserne in Rothwesten, die nun leer steht und nur bei einem Anstieg der Flüchtlingszahlen wieder genutzt wird, soll Erstaufnahme werden. Die Flüchtlinge aus Calden – momentan sind es 274 – sollen dorthin umziehen. Das Lager auf dem Flugplatz Calden stehe dann leer und für den Notfall zur Verfügung.

Der frühere Landrat begründet dies mit der Feuergefahr in Calden: Das Großfeuer mit 19 Verletzten habe „schwerwiegende Probleme beim Brandschutz aufgezeigt , deren Lösung schwierig und kostenintensiv sein wird“. In Rothwesten stünden dagegen richtige Gebäude statt Container bereit. Schlitzberger sagt auch: „Bei einem weiteren Brand ohne angemessenes Brandschutzkonzept stünde der Vorwurf grober Fahrlässigkeit im Raum – mit nicht absehbaren juristischen Folgen für die Verantwortlichen.“ Ein Nebeneffekt des Tauschs: Das geplante Gewerbegebiet am alten Flugplatz wäre für Investoren ohne die Erstaufnahme wieder attraktiver.

Das Finanzministerium wollte den Brief Schlitzbergers nicht kommentieren. Das Sozialministerium betonte, dass bei der Entscheidung, den Standort Fuldatal-Rothwesten als Ersatz zu erhalten, auch die Brandfolgen in Calden berücksichtigt worden seien.

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