Wegen Flüchtlingen sollen Laternen in Calden nachts an bleiben

Calden. Die Gemeinde Calden will die Straßenbeleuchtung wegen der Flüchtlinge auf dem alten Flugplatz in einigen Ortsteilen nachts durchgehend brennen lassen.

Außerdem soll geprüft werden, ob die zusätzlich entstehenden Kosten vom Land Hessen erstattet werden können. Das hat die Gemeindevertretung mit einer Gegenstimme der SPD in ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.

Den Antrag brachte die Caldener FWG ein. „Zur Sicherheit der derzeit mehr als 1300 ortsunkundigen Flüchtlinge sowie für die Bürger ist es wünschenswert, die Straßenbeleuchtung nachts bis auf weiteres nicht zu löschen“, sagte Fraktionsvorsitzende Irmgard Noll. Bisher gingen die Laternen um 0.30 Uhr aus. „Zum einen würde es aus Sicherheitsgründen Sinn machen, zum anderen eine positive psychologische Wirkung für die Bürger haben“, sagte Noll.

Die CDU-Fraktion stimmte dem Antrag zu, hatte aber Einwände: „Einbrüche in der Vergangenheit waren kein Grund, die Straßenlaternen nachts anzulassen“, sagte Fraktionsvorsitzende Brigitte Gerstenberg. „Jetzt sind die Flüchtlinge da und plötzlich soll das Licht an bleiben.“

Die nächsten Schritte des Gemeindevorstands werden laut Bürgermeister Maik Mackewitz sein, zu prüfen, ob die zusätzlichen Kosten vom Land übernommen werden und in welchen Ortsteilen eine durchgehende Straßenbeleuchtung sinnvoll sei. Außerdem soll über verschiedene Konzepte nachgedacht werden: Ein Beispiel könnte sein, nur jede zweite Laterne nachts brennen zu lassen.

„Ich kann verstehen, dass sich manche Bürger unsicher fühlen. Wir befinden uns zurzeit in einer absoluten Ausnahmesituation“, sagte Mackewitz. „Wenn wir durch die Straßenbeleuchtung dazu beitragen können, Ängste der Einwohner abzubauen, dann tun wir das.“

Hintergrund 

„Das subjektive Sicherheitsempfinden kann nachts gestärkt werden, wenn die Straßenlaternen im Ort brennen“, erklärt Diplom-Psychologe Albrecht Wilke aus Hofgeismar. „Ängstliche Personen möchten, dass alle möglichen Vorkehrungen getroffen werden, die ihnen eine größere Sicherheit geben.“

Jürgen Müntel von der Polizei Hofgeismar sagt dazu: „Ein unbeleuchteter Ort ist für einen potenziellen Täter immer positiv, da er nicht sofort gesehen wird. Wenn ich privat unterwegs bin, fühle ich mich selbst als Mann sicherer, wenn die Straßen beleuchtet sind. Das liegt daran, dass man mögliche Gefahren nicht oder erst spät erkennen kann.“

Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.