Drei Verletzte

Wieder Schlägerei unter Flüchtlingen in Zeltstadt Calden

Calden. In der Zeltstadt Calden hat es am Montag erneut eine Schlägerei unter Flüchtlingen bei der Essensausgabe gegeben.

40 bis 50 Personen sollen an der Auseinandersetzung in der Erstaufnahmeeinrichtung beteiligt gewesen sein. Dem Vernehmen nach soll es sich um Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien gehandelt haben. Drei Personen wurden dabei verletzt.

Laut Polizeisprecher Torsten Werner sollen sich am Montagabend gegen 18.30 Uhr ein 30-jähriger und ein 24-jähriger Mann zunächst mit Worten gestritten haben. Der 30-Jährige soll den 24-Jährigen im Verlauf des Streits mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nach Informationen der HNA stammt der Angreifer aus Afghanistan und das Opfer aus Syrien.

Daraufhin hätten sich bis zu 50 Flüchtlinge geprügelt, berichtet Werner. Security-Mitarbeiter hätten versucht, die Gruppen zu trennen. Es habe eine aufgeheizte und aggressive Stimmung geherrscht. Eine Funkstreife, die in der Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung war, habe von unterwegs Unterstützung angefordert. Mehrere Streifen seien schnell vor Ort gewesen, sagt Werner. Es sei den Beamten gelungen, die Flüchtlinge zu beruhigen.

Der 30-jährige mutmaßliche Angreifer, der selbst verletzt worden war, sei gegen 19.30 Uhr von den Beamten mitgenommen worden. Er verbrachte die Nacht im Gewahrsam. Der 24-Jährige musste im Klinikum Kassel behandelt werden. Zudem habe ein 19-jähriger Flüchtling eine Platzwunde erlitten. Dem Vernehmen nach sollen sich einige Flüchtlinge auch am Montag wieder mit Bettstangen und Stöcken bewaffnet haben, die aber wohl nicht zum Einsatz gekommen sind. Laut Werner ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den 30-jährigen Flüchtling.

Am 27. September hatte es in Calden eine Massenschlägerei gegeben, an der 370 Flüchtlinge beteiligt waren. Dabei waren 14 Menschen verletzt worden.

„Es wird immer wieder zu Konflikten in den Einrichtungen kommen“, sagt Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Nordhessen. Seine Kollegen aus Hofgeismar würden täglich zu drei bis vier kleineren Einsätzen in die Zeltstadt gerufen.

Die Belastung sei aufgrund der Flüchtlingskrise für alle Polizeibeamten derzeit sehr hoch, sagt Rüppel. Da enttäusche die Nachricht von Hessens Innenminister Peter Beuth, die Beihilfe für Beamte - bei einer gleichzeitigen Nullrunde - zu kürzen, extrem. „Das lässt viele Kollegen richtig zweifeln, ob ihre Arbeit gewürdigt wird.“

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Archiv: Schlägerei in Calden

Polizeieinsatz im Zeltlager Calden

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