300 Rückmeldungen auf Juso-Umfrage - Parlament soll entscheiden

Wochenmarkt steht in Calden auf dem Wunschzettel

Frisches Gemüse im Angebot: Auch in Calden wünschen sich offenbar zahlreiche Menschen einen Wochenmarkt (hier ein Beispielbild aus Nordrhein-Westfalen).
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Frisches Gemüse im Angebot: Auch in Calden wünschen sich offenbar zahlreiche Menschen einen Wochenmarkt (hier ein Beispielbild aus Nordrhein-Westfalen).

Wenn man es schon ein bisschen weihnachtlich formulieren wollte, könnte man sagen: Einen Wochenmarkt für ihre Gemeinde haben viele Caldener auf dem Wunschzettel.

Calden - Das zumindest legt das Interesse an einer Umfrage nahe, die von den örtlichen Jusos zu diesem Thema gestartet worden war.

„Wir hatten 300 Rückmeldungen. Das hat uns positiv überrascht, bei 7500 Einwohnern ist das schon ordentlich“, sagt Justin Köhler, der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation in Calden. Drei Monate lang konnten die Einwohner der Großgemeinde auch digital daran teilnehmen. Die Auswertung liegt nun vor. Die Teilnehmer hätten, so heißt es von den Jusos, klare Vorstellungen zu einem Wochenmarkt. Hier die wichtigsten Punkte:

1. Der Wochenmarkt soll nicht nur ein bloßer Einkaufsmarkt werden, sondern auch ein Ort der Zusammenkunft – also ein Kulturmarkt, auf dem man regionale, saisonale Produkte von ortsansässigen (Bio-)Betrieben kaufen kann, das Ganze mit einem kulturellen Begleitprogramm.

2. Es sollen regionale Landwirte sowie Handwerker und Freikünstler wie Floristen oder Glaskünstler Produkte anbieten können, während beispielsweise junge Nachwuchskünstler aus der Gemeinde für Unterhaltung sorgen und Besucher eine Kleinigkeit essen oder trinken.

3. Neben Regionalität wurden von den Befragten Nachhaltigkeit und Einzigartigkeit als wichtige Aspekte genannt: Beispielsweise wurde der Wunsch geäußert, auf Plastikverpackungen zu verzichten.

4.  Als Wunschstandort wurde häufig ein Platz um das Rathaus in Calden genannt.

5.  Der am häufigsten genannte Wunschtermin ist samstags mit einer Marktöffnung um 10 Uhr. Alternativ wurde auch der Freitag genannt – als Feierabendmarkt.

Ein Markt in Calden soll aber nicht das gleiche Schicksal erleiden wie der Feierabendmarkt in der nicht weit entfernten Gemeinde Breuna. Dort wurde das Projekt eingestellt. Zunächst war der Markt beim Start im Herbst 2020 noch auf gute Resonanz gestoßen. „Dann kam aber der Lockdown. Corona hat dem Markt quasi das Genick gebrochen“, sagte Breunas Bürgermeister Jens Wiegand, der HNA. Zur letzten Auflage im September kamen gerade noch 15 Besucher – das besiegelte das Aus für den Markt.

Dieses Beispiel ist für Justin Köhler Mahnung und Ansporn zugleich: „Wir müssen gut planen, der Markt in Calden soll ein langfristiges Projekt werden. Wenn die Premiere in die Hose geht, wäre das kein gutes Signal.“ Der Wunsch der Jusos wäre daher, erst einmal fünf bis sechs Probe-Wochenmärkte abzuhalten. Als idealen Startzeitraum könne man sich das Frühjahr 2022 vorstellen, beispielsweise zur Osterzeit, sagt Köhler. Bis dahin gelte es, andere für die Idee zu gewinnen sowie Anbieter und Menschen für das kulturelle Begleitprogramm ins Boot zu holen.

Erst aber steht die Entscheidung in der Gemeindevertretung zum Wochenmarkt an. Die Ergebnisse der Juso-Umfrage sollen aufbereitet und vorgestellt werden, die SPD-Fraktion habe für die nächste Parlamentssitzung am 11. November einen Antrag zur „Schaffung eines kulturellen Wochenmarkts“ gestellt, ergänzt Köhler, der Fraktionsmitglied und Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses ist. Dabei sei man für Ideen offen – etwa bei der Standortfrage. „Natürlich ist am Rathaus die Infrastruktur vorhanden, aber vielleicht kommt auch noch ein anderer, guter Vorschlag.“

Wenn alles glatt läuft, könnte Köhler ab nächstem Jahr auch in Calden auf einem Wochenevent jene drei Dinge finden, die für ihn beim Markt unbedingt dazugehören: „Gemüse, Bratwurst und Eier“, antwortet er spontan auf die Frage danach. Aber die Geschmäcker seien ja verschieden: „Wir wollen ein möglichst breites Angebot schaffen, wo jeder etwas für sich findet.“ (Matthias Müller)

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