Bürgermeister: "Menschenströme der Asylsuchenden kanalisieren"

Zaun soll in Calden Flüchtlinge von Firmen fernhalten

Das Quartier direkt neben der Flüchtlingsunterkunft: Die Fallschirmspringer passieren die Polizeiabsperrung während des Einsatzes wegen der Massenschlägerei. Archivfoto: Thiele

Calden. Die Gemeinde Calden plant mit einer Firmenumsiedelung und dem Bau eines Zauns, die am alten Flugplatz angesiedelten Betriebe zu entlasten.

Durch die unmittelbare Nähe zum Flüchtlingslager ist der Arbeitsalltag der Unternehmen unter anderem durch versperrte Firmenzufahrten und vermehrte Müllablagerung beeinträchtigt. Zurzeit laufen Gespräche über die Details.

Ein potenzieller Umzug betrifft die Firma Aero Fallschirmsport. Durch die Nähe zum Flüchtlingslager hat das Unternehmen, das unter anderem Fallschirmsprünge anbietet, Probleme seine Freizeitaktivitäten zu verkaufen. Es sei die Gesamtsituation und nicht ein einzelnes Problem mit den Flüchtlingen, die für die Firma eine neue und teils schwierige Situation darstelle: „Wir verkaufen Freizeitangebote und das direkt neben einer Flüchtlingsunterkunft, wo Menschen aus Not und Elend kommen“, heißt es von Aero Fallschirmsport. Jeder könne sich denken, dass das nicht funktioniere. Zu einer möglichen Umsiedelung wollte sich die Firma noch nicht äußern.

„Wir sind mitten in den Gesprächen“, sagt Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz. Zur Debatte steht eine Umsiedelung von Aero Fallschirmsport mehrere hundert Meter weiter zum Ende des Flugplatzes. „Wichtig ist, die betroffene Firma aus der direkten Nachbarschaft des Flüchtlingslagers zu nehmen“, erklärt Mackewitz. Der Bau eines Zauns, der zur Debatte steht, soll auch alle anderen Firmen auf dem Gelände entlasten. „Ziel ist es, die Menschenströme der Asylsuchenden zu kanalisieren und somit eine abgegrenzte Zufahrt zum Lager zu schaffen“, sagt Mackewitz.

Eine Finanzierung des möglichen Umzugs und des Zauns steht nun im Fokus der Gespräche. Absprachen laufen zwischen der Gemeinde, dem Kreis, dem Finanzministerium, dem Regierungspräsidium und den einzelnen Firmen.

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