Zeltstadt Calden könnte Containerdorf werden

Kassel/Calden. Die größte Flüchtlingsunterkunft der Region in Calden bleibt möglicherweise auch über den Winter bestehen. Der Aufbau von winterfesten Containern wird geprüft.

Derzeit werde geprüft, ob man auf dem Areal statt der bisherigen Zelte winterfeste Container aufbauen könne, erklärte das Regierungspräsidium Kassel am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Eine Entscheidung darüber sei allerdings noch nicht gefallen, betonte Harald Merz, persönlicher Referent des Regierungspräsidenten. Zeltstadt-Leiter Werner Liphart hatte bereits am Mittwochabend in einer Bürgerversammlung in Calden auf Fragen erklärt, dass es angedacht sei, die Zelte durch Container zu ersetzen, es aber noch keine sichere Entscheidung dazu gebe.

Am Ende hänge dies auch von Neuankünften von Flüchtlingen in der Region ab, hieß es aus dem RP dazu. Würde deren Zahl nun sinken, bestehe eine realistische Chance, die Menschen in den bisherigen festen Unterkünften unterzubringen. Die Zahl der Ankünfte könne sich aber stündlich ändern.

Daher plane man angesichts des nahenden Winters in alle Richtungen und müsse auch Alternativen wie den Aufbau von Containern in Calden prüfen. Wie viele Menschen im Winter auf dem Areal leben könnten, stehe noch nicht fest. Generell gelte, dass auf derselben Fläche weniger Menschen in Containern als in Zelten Platz fänden.

Nach den Zahlen vom Donnerstagmorgen lebten in den Erstaufnahme-Einrichtungen des RP in der Region fast 2800 Menschen - vor zehn Tagen waren es 2400. Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass man in der jüngsten Unterkunft in Hessisch Lichtenau neben 580 Plätzen in Zelten auch zwei winterfeste Leichtbauhallen für 1250 Menschen aufbauen will. Derzeit werden hessenweit zudem 80 Liegenschaften, auch aus Privatbesitz, auf ihre Eignung als Erstaufnahme-Unterkunft geprüft. Das sagte das zuständige Finanzministerium der HNA.

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Rubriklistenbild: © Lars Drangeid/nh

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