Alkohol war im Spiel

Massenschlägerei mit sechs Verletzten im Flüchtlingslager Calden

Calden. Bei einer Massenschlägerei im Flüchtlingslager am Caldener Flugplatz sind in der Nacht zu Mittwoch sechs Menschen verletzt und acht festgenommen worden.

Laut Polizei war dabei erneut Alkohol im Spiel. Die Hintergründe des eskalierenden Streits seien bislang nicht geklärt.

Am Dienstagabend kurz vor Mitternacht war es laut Bericht zu einer körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Einrichtung alarmierten gegen 23.30 Uhr die Kasseler Polizei. Sie berichteten von einer eskalierten Auseinandersetzung unter Flüchtlingen in einem der Zelte auf dem Gelände am Flugplatz.

Mehrere Streifenwagen fuhren daraufhin an die Einsatzstelle. In der Einrichtung hätte sich aber die Lage größtenteils wieder beruhigt, heißt es. Wie die Polizei ermittelte, waren rund 40 Flüchtlinge an der Schlägerei beteiligt.

Zuletzt aktualisiert um 13.30 Uhr. 

Bei den Beamten meldeten sich insgesamt sechs Männer, die bei der Auseinandersetzung verletzt wurden. Darunter waren zwei 18 und 26 Jahre alte Flüchtlinge, ein 42 Jahre alter Dolmetscher und drei 29, 41 und 44 Jahre alte Sicherheitsdienstmitarbeiter. Die beiden Flüchtlinge wurden ambulant in einem Kasseler Krankenhaus behandelt, die vier anderen leicht verletzten Männer blieben in der Einrichtung.

Insgesamt nahmen die Beamten acht Tatverdächtige vorläufig fest. Sie sollen den Angaben der Opfer zu Folge mit Fäusten und Gegenständen zugeschlagen haben. Von den Männern im Alter zwischen 18 und 64 Jahren musste schließlich ein 19-Jähriger zur Verhinderung weiterer Straftaten länger in polizeiliches Gewahrsam genommen werden. Er schlafe derzeit seinen Alkoholrausch aus, hieß es am Mittwochmorgen.

Die Verdächtigen müssen sich nun wegen einfacher und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Ermittlungen werden von Beamten der Polizeistation Hofgeismar geführt.

Das sagt Stefan Rüppel

Bei Schlägereien in der Caldener Flüchtlingsunterkunft war in der Vergangenheit oft Alkohol im Spiel. Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Nordhessen, sieht keine Möglichkeit, die Flüchtlinge vom Trinken abzuhalten. „Im Lager gibt es keine Kontrollen, ich halte das auch für nicht sinnvoll“, sagt er. „Der Sicherheitsdienst kann nicht jeden Einzelnen immer wieder durchsuchen.“ Dass in der Unterkunft Alkohol getrunken wird, werde auch in Zukunft nicht ausbleiben. Durch die zahlreichen Einsätze sei die Polizei nach wie vor extrem belastet. „Oft wird es für die Beamten gefährlich, weil sich die Schläger mit Gegenständen bewaffnen.“

Einblick in die Caldener Zeltstadt für Flüchtlinge

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