Gemeinsam mit internationalen Ausbildern

Caldener Friseurin half Jugendlichen aus Favelas

Ausbilderin in Rio: In einem Sozialzentrum war der Übungssalon untergebracht, in dem Ulrike Lemke mit internationalen Kollegen Jugendliche aus Favelas im Friseurhandwerk trainierte. Repro: pbb

Meimbressen. Friseurmeisterin Ulrike Lemke vermittelte armen Jugendlichen aus Favelas Berufskenntnisse.

Die Welt schaut nicht mehr gebannt auf Brasilien wie zur Zeit der Fußball-WM im Sommer. Für Ulrike Lemke aus Meimbressen gilt das Gegenteil. Das riesige Land im Süden Amerikas hat sie seit kurzem so fest im Blick wie nie zuvor. Denn sie war zwei Wochen lang in Rio de Janeiro und das nicht als Touristin.

Die Friseurmeisterin aus dem Caldener Ortsteil investierte in einem internationalen Ausbilderteam Zeit, Energie und Herzblut, um jungen Menschen aus Armenvierteln (Favelas) der Weltmetropole Perspektiven zu eröffnen für eine berufliche und damit hoffnungsvollere persönliche Zukunft.

Der 51-Jährigen und ihrer Familie liegt Hilfe für Menschen in ungleich schwierigeren Lebensverhältnissen als hierzulande besonders am Herzen. „Über den eigenen Tellerrand sehen“, heißt ihre Devise. Seit vielen Jahren engagieren sich Lemkes im Kasseler Verein „Together - Hilfe für Uganda“. Nun also Brasilien. Das Unternehmen Wella (Haarpflegeprodukte und Friseurbedarf) fördert in Rio, wie auch in Rumänien und Asien, Projekte allgemeiner und beruflicher Bildung Jugendlicher. Kooperationspartner von „Making Waves“ sind Unicef, örtliche Hilfsorganisationen - und ehrenamtliche Ausbilder, sogenannte Mentoren. Unter Hunderten von Bewerbern in Deutschland machte die Meimbresserin gemeinsam mit einem Kollegen aus Bayern das Rennen.

In einem Sozialzentrum, in direkter Nachbarschaft zu einer Favela, gab die deutsche Friseurmeisterin gemeinsam mit acht Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern und mit Hilfe von Dolmetschern Wissen, Können und Erfahrungen an 18 jugendliche Teilnehmer des Förderprogramms weiter. „Junge Menschen, die selbst oder in ihrer unmittelbaren Umgebung Armut, Hunger, Gewalt, Missbrauch und Prostitution erlebt haben.“ Streetworker haben sie in das Projekt geholt, in dem ihnen drei Jahre lang Bildungsgrundlagen, Fertigkeiten für ein geregeltes Leben und ein beruflicher Grundstock vermittelt werden. Vierzehn Tage intensive Schulung im Friseurhandwerk, das ist eine Menge in einem Land, das keine berufliche Ausbildung kennt wie in Deutschland.

Hart habe man gearbeitet, sagt Ulrike Lemke und erzählt von den „sehr fleißigen, sehr arbeitswilligen“ jungen Leuten.

Die Erfahrungen lassen sie dankbar lächeln wie auch die Erinnerung an die Lebensfreude der Brasilianer und der ihnen eigenen Emotionalität. „Wir haben uns als große Familie gefühlt.“

„Ein tolles Projekt“, schwärmt die Meimbresserin und zieht ihr persönliches Fazit: Schön sei es gewesen, die aufgefangenen Jugendlichen so fröhlich und optimistisch zu sehen.

Verlassen hat sie Samara, Mayara, Raiandra, Jean und die anderen mit einem „guten Gefühl“.

Von Dorina Binienda-Beer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.