Früherer Betreiber Christoph Pinne bekommt wieder Zuschlag

Campingplatz-Pacht ist entschieden

Der Campingplatz Oedelsheim liegt direkt am Fluss. Links stehen Wohnmobile, im Vordergrund führt eine Rampe in die Weser.
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Vier Betreiber hatten Interesse, einer konnte nur gewinnen: Der Campingplatz am Fluss in Oedelsheim hat sich gut entwickelt und sein Angebot stets ausgebaut. Jetzt hat ihn die Gemeinde Wesertal neu verpachtet. Archiv

Über die Zukunft des gemeindeeigenen Campingplatzes in Oedelsheim an der Weser ist entschieden.

Der Gemeindevorstand von Wesertal hat vor Kurzem nach erneuter, nun verbesserter Ausschreibung entschieden, dass anstelle der bisherigen Pächterin nun deren Noch-Ehemann Christoph Pinne, der sich erneut um die Pacht beworben hat, mit seiner neuen Partnerin den Zuschlag erhält. Neuverpachtung des Platzes nach rund 18 Jahren hatte in den vergangenen Monaten für Aufregung gesorgt, weil sich im Ort zwei Lager gebildet hatten, wovon eines für den Verbleib der bisherigen Pächterin eintrat und auch demonstrierte.

Wie Bürgermeister Cornelius Turrey auf Anfrage bestätigte, hat sich der Gemeindevorstand nach der Vorstellung der Konzepte eindeutig entschieden. Von elf Interessenten hatten sich acht beworben, davon kamen vier in die Endauswahl, darunter die Eheleute Pinne mit ihren jeweiligen neuen Partnerinnen. Die vorgestellten Konzepte waren, wie die HNA erfuhr, unterschiedlich detailliert ausgearbeitet und vorgetragen. Letztlich ging es nicht nur um das Interesse am Camping, sondern auch um praktische Erfahrungen mit der Branche. Erschwerend kam hinzu, dass einige ortsfremde Bewerber verunsichert wurden durch die heftigen Debatten im Vorfeld und die Drohung einiger Dauercamper, den Platz zu verlassen, falls die jetzige Pächterin nicht bleiben könne.

Bei der Entscheidung habe, wie der Erste Beigeordnete Karl-Heinz Kempe schon früher gegenüber der HNA geäußert hatte, keine Rolle gespielt, dass die Pächterin jetzt mit einer Frau zusammenlebe.

Entscheidend für die Neuausschreibung waren mehrere Faktoren. Nach offizieller Darstellung der Gemeinde passten die vor 18 Jahren vertraglich vereinbarten Konditionen nicht mehr. Belastet wurde die Situation auch durch Äußerungen in Netzwerken und „sozialen Medien“ sowie praktische Fakten. Turrey, der bei der entscheidenden Vorstandssitzung krankheitsbedingt fehlte, sagte: „Das hatte sich ziemlich hochgeschaukelt“.

Zwei Tage nach der Entscheidung überbrachte der Erste Beigeordnete die Nachricht der jetzigen Pächterin, deren Vertrag am 31. März 2022 ausläuft. Die Gemeinde hat ihr vorgeschlagen, eine Liste zu erstellen mit allen Investitionen, die sie im Campingplatz getätigt hat. Den hatte sie rund 16 Jahre mit ihrem Mann betrieben und die letzten rund drei Jahre mit ihrer Freundin. Im Rathaus hofft man, dass dies noch vor Weihnachten geschieht. Die Gemeinde Wesertal wird dann entscheiden, welchen finanziellen Ausgleich sie erhalten kann. Dem Neustart der Campingsaison am Fluss am 1. April 2022 stehe jedenfalls nichts im Wege. (Thomas Thiele)

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