Benefizaktion für krebskranke Kinder

150 Old- und Youngtimer beim Classic Drive-Treffen in Lippoldsberg

Campen wie in den Siebzigern: Der Westaflia T2 Camper von Jan-Hendrik Siemon (Mitte) kam gut beim Publikum an. An seinem Bus ist alles noch original erhalten. Auch Jürgen Siemon und Franziska Quitter gefällt das Schmuckstück, welches 1974 gebaut wurde.

Lippoldsberg. Old- und Youngtimer, soweit das Auge reichte: Am Wochenende war Lippoldsberg das Mekka für Autofans.

Es blitzt und blinkt nur so, wenn Markus Gürth die Motorhaube seines alten Chevys öffnet. Auf Hochglanz hat der Fuldataler die verchromten Teile des Motors poliert - ein Anblick, der die Liebe zu diesem alten Schätzchen widerspiegelt. Der hellblaue Amerikaner war einer von 150 Young- und Oldtimern, die am Samstagnachmittag beim Classic Drive-Treffen in Lippoldsberg dabei waren.

„Polierter Lack, glänzende Felgen und viel Chrom gehören zu unserem Hobby einfach dazu - es ist einfach viel Liebe zum Detail dabei“, erklärte Wolfgang Brand, Vorsitzender des veranstaltenden Classic Drive Vereins. Mehr als 500 Bewerbungen waren im Vorfeld für das markenoffene Treffen eingegangen, von denen schließlich ein knappes Drittel in die Sportarena Wahlsburg kommen durfte. Der Platz sei einfach begrenzt, da sie nur den Bereich um die Rasenfläche nutzten dürften, sagte der 36-Jährige. Trotz der Beschränkung war es das bisher größte Event dieser Art im Wahlsburger Raum. „Mit einem solchen Besucherandrang haben wir nicht gerechnet - mindestens 500 Besucher waren heute hier.“ Und da alles glatt lief, soll es in zwei Jahren eine Wiederholung geben.

Zu den Hinguckern zählte auf jeden Fall der strahlende Chevrolet des Ehepaares Gürth. „Es ist einfach der V-Acht-Sound, der mich an diesem Auto begeistert“, erzählte der Oldtimerliebhaber und meinte damit die Zylinder, die in Form eines V angeordnet sind. Nur bei bestem Wetter kommt das besondere Gefährt aus der Garage, welches Mitte der 50er Jahre gebaut wurde. „Während zu dieser Zeit in Deutschland alle Käfer fuhren, war der Bel Air damals das Standardauto bei den Amis“, berichtet Gürth über den Brummer mit 200 Pferdestärken.

Alte Golf sind sein Ding: Felix Knabe (links)war aus Thüringen zum Treffen mit seinem Golf 2 gekommen. Hier bewundert eine weitere Teilnehmerin die Felgen seines Autos.

Nicht weniger gut an kam der leuchtend orange VW-Bus von Jan-Hendrik Simon an, der einen sofort in die 70er Jahre zurückversetzte. „Wenn ich damit zur Arbeit fahre, winken mir viele zu oder grüßen freundlich“, bemerkte der Hobbyschrauber, der gerne auch einen Blick ins Innere seines Westalia Campers gewährte. Mini-Spüle, Gasherd, Kühlschrank und eine ausklappbare Schlafmöglichkeit auf dem Dach des Busses kamen gut beim Publikum an. Alles sei noch original, sogar der orange-grün-karierte Stoff der Sitze, so der Scheedener. In jenem war übrigens auch eine Klorolle versteckt - ein Muss der damaligen Zeit.

Überwiegend waren bei der Zusammenkunft hochgetunte Golf Einser und zweier sowie BMW aus den 70er und 80er Jahren ausgestellt. Besonders Aufsehen erregte etwa der erste Golf, welcher mit einem 500 PS starken Motor ausgestattet worden war.

Aber auch Brezelkäfer, Mercedes, Fords oder Porsches aus der Zeit des Wirtschaftswunders und danach konnten bewundert werden. Wegen der Hitze verließen viele schon am Nachmittag das Gelände, doch der harte Kern führte noch bis weit nach Mitternacht Benzingespräche in der Arena. Dort ließ es sich im Strandbereich bei Cocktails, Eis und Würstchen gut aushalten.

Die Einnahmen der Veranstaltung will der Verein aus Oberweser der Elternhilfe für krebskranke Kinder spenden. „6000 Euro könnten da schon zusammengekommen sein“, schätzte Brand.

Hingucker in Hellblau: Ihren Chevrolet Bel Air möchten Susanne und Markus Gürth nicht missen. Aus Fuldatal sind die beiden mit dem 200 PS-Brummer gekommen, der original erhalten ist. Fotos:  Temme

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