Nach Ungarn und Korbach

Continental strukturiert Werk in Oedelsheim um: Produktion wird verlagert

Die Produktionshallen auf dem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Landesstraße prägen Oedelsheims Ortsbild.
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Die Produktionshallen auf dem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Landesstraße prägen Oedelsheims Ortsbild. Seit Jahren ist der Bau aber durch Bäume und Büsche vor Einblicken weitgehend verborgen.

Das Werk des Konzerns Continental in Oedelsheim besteht in diesem Sommer seit 50 Jahren. Doch statt der wegen Corona verschobenen Feier gibt es eine andere Überraschung.

Oedelsheim/Hann. Münden - Ein Teil der Produktion wird nach Ungarn und Korbach verlagert. Die Stellen sollen aber alle erhalten bleiben, eventuell nur verlagert, wie die ContiTech-Pressestelle in Hannover mitteilte.

Der seit 1971 bestehende und 2005 von Continental übernommene Standort an der Weser kämpfte vor allem in den vergangenen Jahren aufgrund des Ausstiegs aus dem Kohlebergbau mit rückläufigen Umsätzen bei Industrieschläuchen in Deutschland, erklärte auf Anfrage Maik Niewöhner, der seit November 2020 Werkleiter am Continental-Standort Oedelsheim und Hann.Münden ist. Deshalb werden diese Produktionseinheiten in den kommenden Monaten größtenteils mit bereits bestehenden Aktivitäten im rund 80 Kilometer entfernten Korbach beziehungsweise in Ungarn gebündelt, wo Continental drei Werke besitzt und allein 2018 rund 20 Millionen Euro in den ungarischen Standort Nyíregyháza investierte. Dort entstanden eine zweite Mischerlinie für Kautschuk und eine Produktion für Schläuche, die in Heizungs- und Kühlungsanwendungen von Automobilen eingesetzt werden.

Der Standortverbund mit Hann. Münden ermögliche es dem Konzern, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Laut Niewöhner können alle 200 Beschäftigten alternativ in der Produktion von Automobilschläuchen in Hann. Münden und Oedelsheim eingesetzt werden. Niewöhner: „Das nennen wir Atmen in der Fabrik – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort eingesetzt, wo gerade Nachfrage besteht. So konnten wir die Belegschaft in Oedelsheim in den vergangenen Monaten konstant halten.“ Der Fokus in Oedelsheim werde künftig auf Automobilschläuchen liegen.

Das 50-jährige Bestehen in Oedelsheim fällt mit dem 150. Jubiläum von Continental zusammen. Aktuell könne man das allerdings pandemiebedingt noch nicht angemessen feiern. (Thomas Thiele)

Seit 147 Jahren Spezialist im Gummigeschäft

1874: Gründung des Mündener Gummiwerks, Herstellung von Schläuchen, Bällen, handgefertigten Gummiformartikeln. 1956: Beginn der zusätzlichen Produktion von Federn für die Fahrzeugindustrie.
1970: Bau des Zweigwerks Oedelsheim und 1980 des Zweigwerks Hedemünden. Erwerb der GmbH durch Phoenix AG.
1991: Produktausweitung: Lkw-Turboladeschläuche, hitzefeste Schläuche.
2005: Erwerb durch Continental AG. Eingliederung in die ContiTech.

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