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Keine Corona-Isolationspflicht mehr: Was das für den Landkreis Kassel bedeutet

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Krankenhaus
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Krankenhaus“ weist den Weg zur Klinik. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Die Isolationspflicht für Corona-Infizierte in Hessen fällt. Was bedeutet das für Sie?

Kreis Kassel – Schon länger stand die Entscheidung im Raum, Mitte der Woche ist sie gefallen: In Hessen wird die Isolationspflicht für Corona-Infizierte aufgehoben. Wie im Kreis Kassel dennoch für größtmögliche Sicherheit gesorgt werden soll und welche Herausforderungen es abseits von Covid-19 gibt – Fragen und Antworten.

Wie können schwere Krankheitsverläufe weiterhin verhindert werden?

Insbesondere der Schutz von Personen, die in den vulnerablen Bereichen arbeiten und wohnen, werde vom Gesundheitsamt Region Kassel aufmerksam betrachtet, berichtet Kreissprecherin Alia Shuhaiber. Hochbetagte Personen (ab 80 Jahren) seien immer noch am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen.

„95 Prozent der Bürger haben bereits Antikörper gegen Covid-19“

Aktuell hätten circa 95 Prozent der Bürger bereits Antikörper gegen Covid-19. „Die Daten legen zudem nahe, dass in den meisten Altersgruppen bei einer Mehrheit der Menschen ein moderater bis hoher Schutz gegen einen schweren Verlauf einer Erkrankung besteht.“

Welche Infektionskrankheiten sorgen in diesem Winter abgesehen von Corona für Probleme?

Vor allem Influenza- und RSV-Infektionen zeigten einen deutlichen Anstieg, sagt Shuhaiber. Daher seien neben den Corona-Impfungen auch die Grippe-Impfungen und die Pneumokokken-Impfung gegen Lungenentzündungen von der Stiko für vorerkrankte oder ältere Menschen empfohlen.

Klinik-Mitarbeiter durch Impfung oder Corona weitestgehend imunisiert

Hat der Wegfall der Isolationspflicht Auswirkungen auf Mitarbeiter, zum Beispiel in den Kliniken?

Laut Landkreis sind auch die Mitarbeiter bereits überwiegend ausreichend immunisiert, sowohl durch die Impfungen oder eine durchgemachte Corona-Infektion. Das schütze zwar vor einem schweren Verlauf, aber leider nicht immer vor einer Ansteckung. Insgesamt sei das allgemeine Infektionsrisiko im Herbst und Winter deutlich erhöht. Daher müsse das Tragen von Schutzmasken in Innenräumen und in Situationen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, weiterhin empfohlen werden, da dies zuverlässig vor Übertragung von über die Atemluft transportierten Krankheitserregern schütze.

Wie zuverlässig ist der Inzidenzwert überhaupt?

„Mit Blick auf die Kreiskliniken spielt die Inzidenz eine untergeordnete Rolle“, sagt Shuhaiber. Maßgeblich seien im Klinikalltag die tatsächliche Belegung und Isolierung. Der Inzidenzwert zeichne weiterhin nur ein ungenaues Bild der tatsächlichen Infektionslage ab. „Es ist offenbar eine gewisse Corona-Müdigkeit eingetreten, weshalb die Zahl derer, die mit grippalen Symptomen weder eine Testung vornehmen noch zu Hause bleiben, zunimmt.“ Die Verpflichtung, einen positiven Antigen-Test mittels PCR-Test bestätigen zu lassen, werde kaum noch eingehalten. „Das heißt: Nicht alle Infizierten lassen einen PCR-Test machen. Nur positive PCR-Testungen sind jedoch ausschlaggebend für die Inzidenz.“

Gibt es einen besseren Richtwert?

Der Hospitalisierungswert ist laut dem Landkreis zur Einschätzung der Infektionslage daher deutlich besser geeignet. Er zeigt, wie viele Infizierte so schwer erkranken, dass eine stationäre Behandlung erforderlich ist. Deshalb sei die Hospitalisierung zur Abschätzung der Infektionslage als wichtiger einzustufen.

Informationen zu dem Angebot im Impfzentrum sowie die aktuellen Impfbus-Termine unter kassel.de/impfen (Dana Neu)

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