Tiere vermissen Besucher

Tierpark Sababurg macht wegen Corona-Krise über eine halbe Million Euro Verlust

Das Leben geht weiter im Tierpark: Wie in jedem Frühjahr sind an der Sababurg wieder viele Jungtiere zur Welt gekommen. Hier ist Tierpflegerin Sabine Löbl mit einem Leineschaf und einem Lamm zu sehen.
+
Das Leben geht weiter im Tierpark: Wie in jedem Frühjahr sind an der Sababurg wieder viele Jungtiere zur Welt gekommen. Hier ist Tierpflegerin Sabine Löbl mit einem Leineschaf und einem Lamm zu sehen.

Wegen Corona darf der Tierpark Sababurg im Kreis Kassel nicht öffnen. Der Park macht deswegen schwere Verluste. Auch die Tiere vermissen die Besucher.

  • Wegen der Corona-Krise sind die meisten öffentlichen Einrichtungen geschlossen.
  • Auch der Tierpark Sababurg im Kreis Kassel kann nicht öffnen.
  • Das stellt den Tierpark vor Probleme.

Die Corona-Betretungssperre für Freizeiteinrichtungen macht dem  Tierpark Sababurg im Kreis Kassel schwer zu schaffen. Nach den Besucherrekorden der Vorjahre haben die vergangenen vier Wochen ohne Besucher einen schweren finanziellen Verlust beschert. 

Gerade das beliebte Osterwochenende war vielfach der Besucherhöhepunkt eines jeden Jahres. Die jüngsten Beschlüsse von Bundes- und Landesregierung lassen noch keine Wiederöffnung des Tierparks Sababurg für Besucher zu.

Tierpark Sababurg (Kreis Kassel): Wegen Corona-Krise über 500.000 Euro Verlust

Der Einnahmeausfall vom 17. März bis 3. Mai beträgt, gemessen am Vorjahreszeitraum und einschließlich Pacht und Shopbetrieb, 516.836,75 Euro, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Weil die entsprechende Verordnung gestern noch nicht im Wortlaut bekannt war, blieb unklar, was laut Regierung als Großveranstaltung gilt und wie hier ein Tierpark Sababurg einzustufen wäre. 

„Wir gehen davon aus, dass wir bis zur Aufhebung der Corona-Kontaktgebote – aktuell bis 3. Mai – weiter geschlossen halten müssen.“ Sofern früher geöffnet werden kann, sei der Park vorbereitet und freue sich auf Besucher.

Tierpark Sababurg während Corona-Krise: Besuchermengen sind nicht das Problem

„Ja, die Erdmännchen beispielsweise vermissen die Besucher schon. Den Tieren fehlt die Interaktion mit den Menschen, denn unsere Tiere beobachten auch unsere Besucher sehr gern“, beschreibt Karl Görnhardt von der Tierparkverwaltung die aktuelle Situation.

Die Besuchermengen imTierpark Sababurg seien nicht das Problem, die würden sich schnell verteilen, ergänzt Kühlborn. Kritisch seien der Eingangsbereich, der Kiosk und Imbiss, die Gaststätte und der Kinderbereich, wo es oft Menschenansammlungen gebe und es kaum möglich sei, diese in Familiengruppen aufzutrennen. 

Tierpark Sababurg: Maßnahmen nach Corona-Krise werde diskutiert

Sobald derTierpark wieder öffnen darf, überlege man eine Entzerrung durch Abstandsmarkierungen im Ein- und Ausgangsbereich sowie zusätzliche Kassen.

Ob Kontaktgehege, Museum, Parkbahn und Imbiss gleich geöffnet werden können, müsse noch geprüft werden. Kühlborn: „Wir werden auf jeden Fall die Verordnungsvorgaben einhalten und das Wohl der Besucher im Blick haben.“

Tierpark Sababurg ist ältester Tierpark Europas

Der Tierpark Sababurg ist ein Wildpark an der Sababurg im Reinhardswald. Er wurde 1571 als langräflicher Tiergarten angelegt. 1973 wurde er als Tierpark des Kreises Hofgeismar wiedereröffnet und wird jetzt vom Landkreis Kassel betrieben. 

Er ist der älteste Wildpark Europas und mit rund 130 Hektar Fläche auch einer der größten. Im Jahr 2019 zählte er 352.000 Besucher. Auf staatliche Hilfen kann der Park als öffentliche Einrichtung nicht hoffen, man prüft aber weiter.

Von Thomas Thiele

Lesen Sie alle News zum Coronavirus in der Region Kassel im Ticker.

Wegen Corona machen auch Friseure im Kreisteil Hofgeismar enorme finanzielle Verluste.

Nach der Corona-Pause öffnet der Tierpark Sababurg nun wieder. Doch es gibt noch Einshränkungen.

Es kam im Tierpark vor den Augen der Besucher zu einem tragischen Vorfall. Ein Hengst tötete ein Fohlen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.