Mundschutz ist in China das A und O 

Coronavirus in Chinas Hauptstadt: Peter Schaumburg berichtet, was er in Peking erlebt hat

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Er bevorzugt derzeit Nordhessen: In Hofgeismar braucht Peter Schaumburg keinen Mundschutz. Anders als in Peking, wo er mit seiner Frau Stefanie und seinem Sohn Enzo normalerweise lebt.

Peter Schaumburg lebt mit seiner seiner Familie seit 20 Jahren in Peking. Was der Hofgeismarer dort erlebt hat, schilderte er uns.

  • Peter Schaumburg lebt mit seiner Familie in Peking
  • Der Hofgeismarer schildert die Zustände in Peking
  • Familie muss im Stadtteil bleiben

Auch wenn das Coronavirus derzeit überall diskutiert wird, ist die Epidemie für die meisten Nordhessen ein Thema, das weit entfernt scheint. Wesentlich näher dran war Peter Schaumburg.

Seit einigen Tagen ist der 55-Jährige nun in Hofgeismar, wo er aufgewachsen ist und sein Haus saniert. „Eigentlich wollten wir später kommen. Doch als wir hörten, dass es bei der Lufthansa Probleme geben könnte, haben wir den nächstmöglichen Flug genommen“, erzählt er von der eiligen Abreise. 

Längere Ferien wegen der Coronavirus-Krise

Während am chinesischen Flughafen gleich zweimal Fieber wegen des Coronavirus kontrolliert wurde, habe man in Deutschland gar nichts geprüft, berichtet Schaumburg.

Natürlich ging in den vergangenen Wochen im Alltag des Hotelmanagers nichts ohne Mundschutz. In China sei es sowieso nicht ungewöhnlich, Mundschutz zu tragen. Nun müsse sich dort jeder damit schützen.

Grundsätzlich gehe es in Peking nun wesentlich ruhiger zu. Das liegt zum einen daran, dass derzeit keine Busse und U-Bahnen fahren, aber auch Ferienzeit ist. 

Wegen Coronavirus: Freie Zeit ausgeweitet

„Da wir das chinesische Neujahrsfest Ende Januar hatten, an dem viele frei haben und in Urlaub fahren, ist es schwer zu sagen, ob die Menschen zuhause bleiben oder verreist sind“, sagt Schaumburg.

Normalerweise ist diese freie Zeit nicht so lang, wurde aber wegen der Coronavirus-Krise ausgeweitet. Da auch die Schulen geschlossen sind, konnte Schaumburgs Sohn Enzo ebenfalls mit nach Hofgeismar kommen. „Ich vermute, dass der Unterricht erst gegen Ende des Monats wieder losgeht. So lange bleiben wir sicher auch hier.“

Wäre der gebürtige Nordhesse jetzt im Peking, wo er mit seiner Familie ein Penthouse im 32. Stock eines Hochhauses bewohnt, könnte er sowieso nicht viel machen. „Wir müssen in unserem Stadtteil bleiben. Wir dürfen uns nur dort bewegen – und das wird von Straßenposten kontrolliert.“ 

Familie stand nicht unter Coronavirus-Quarantäne

Man kann zwar einkaufen gehen, ist aber wegen des Coronavirus eingeschränkt. In China sei der Lieferservice nach Hause viel weiter verbreitet als in Deutschland.

Schaumburg geht davon aus, dass sich spätestens in zwei Wochen in China alles normalisiert habe. „Die chinesische Regierung versucht gerade alles, was möglich ist, um der Lage Herr zu werden. 

„Und ich meine, sie sind auf einem guten Weg.“ Positiv denken auch Familienmitglieder und Freunde aus dem Land. Negativ zu denken entspreche nicht der Mentalität der Chinesen. Quarantäne wurde über die Familie nicht verhängt. Es gab nur die Empfehlung, zuhause zu bleiben, sagte Schaumburg.

Auch Carina Rüddenklau aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg erlebt, wie die Ausbreitung des Coronavirus das Leben in China verändert.

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Von Tanja Temme

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